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Urlaub auf der Dude Ranch – oder warum in Cowboy nicht James heißen kann

Cowboy und Troubadour: Jody

Cowboy und Troubadour: Jody

Erst kommen die Tiere, dann die Gäste. Jody Fisher grinst, als er die Hackordnung auf der Meadowlake Ranch beschreibt. Dann legt er seine Gitarre beiseite und zündet sich eine Marlboro an. Wie man das von einem Cowboy erwartet. „Früher“, sagt er, „habe ich in einer Band gespielt“. Immer auf Tour.

Visions of Cody: Kontemplation auf dem Feld

Visions of Cody: Kontemplation auf dem Feld

Viel Alkohol, Frauen und Glücksspiel. Doch diesem Leben hat er abgeschworen. Jody trägt Jeans, braune Stiefel und ein weißes T-Shirt. Seinen schwarzen Hut hat er tief ins Gesicht gezogen. Wenn Gäste auf der Ranch im Norden Oklahomas einkehren, leistet der Arbeiter ihnen beim Barbecue Gesellschaft. Dann spielt er Songs von Kris Kristoffersen, raucht und plaudert über sein Leben. Ein Leben, das einfach ist, und das Städter deshalb für romantisch halten.

A few grey generales say...

A few grey generales say…

Als Steaks und Maiskolben verzehrt sind, fährt ein Pick-up vor, und es steht ein zweiter Mann mit Hut vor uns: Tanner. Eigentlich hört der 20-Jährige auf einen anderen Namen. „Aber haben Sie schon mal von einem Cowboy gehört, der James heißt?“, fragt Jody lachend. Dann fahren beide davon. Die Heuballen müssen eingefahren werden. Wer will, kann beim Urlaub auf der Dude Ranch auch selbst mit anpacken. Wer das nicht braucht, bleibt mit Eigentümer Tom Warren am Lagefeuer sitzen. So ist das Leben auf einer Dude Ranch, der amerikanischen Variante von Ferien auf dem Bauernhof.

Zielsicher: Tom mit Tomahawk

Zielsicher: Tom mit Tomahawk

Wildwest-Romantik und strapaziöse Tagesabläufe sind nicht gestellt. Allerdings befinden wir uns nicht fernab der Zivilisation. Viel mehr leuchtet im Tal die Skyline von Tulsa, als die Dämmerung anbricht. Die Stadt ist nur 15 Kilometer entfernt. Sanfte Hügel, eine Seenlandschaft und Präriewiesen prägen das Erscheinungsbild der Meadowlake Ranch. „Zu schön, um alleine hier zu leben“, meint Tom Warren.

Tom duldet es auch, wenn seine Gäste in die nahe Stadt fahren. Die Jahre, in denen Tulsa als Ölhauptstadt der Welt galt, haben bis heute ihre Spuren hinterlassen. Exaltierte Art-deco-Bauten zeugen im Zentrum vom Reichtum der 20erJahre. Der Busbahnhof wäre eine Zierde für jedes Road Movie. Das wohl schönste Gebäude aber ist die Boston Avenue Methodist Church aus dem Jahre 1929, die mit ihrem opulent ornamentierten Turm weithin sichtbar ist.

Art-Deco in Tulsa

Art-Deco in Tulsa

Wegen des angenehmen Klimas, der niedrigen Grundstückspreise und einer lebendigen Bildungslandschaft erlebt die 400.000-Einwohnerstadt zurzeit erneut einen Boom. Hinzu kommt eine kluge Stadtplanung mit Mut zum Risiko. Dazu gehört auch das BOK-Center, eine Multifunktionshalle von Star-Architekt César Pelli. Seit der Eröffnung in 2008 finden auch Welt-Stars wie Paul McCartney dem Weg in die Stadt. Der Beatle und seine Entourage, sagt Tom Warren stolz, haben bei ihm auf der Dude Ranch übernachtet: „Weil sie reiten wollten.“

Museumsexponat Kansas-Style

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