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Urlaub auf der Dude Ranch – Oder warum ein Cowboy nicht James heißen kann (Teil 2)

Kopfbedeckung mit Stil: Joe Moore

Kopfbedeckung mit Stil: Joe Moore

Ein Leben ohne Netz

Flirts mit dem Showbusiness sind Nancy und Joe Moore fremd. Wo die beiden zuhause sind, gibt es keine Mobilfunknetze. Die Straßen sind nicht mehr als Schotterwege und die Nachbarn leben in über zehn Kilometern Entfernung. Auch die Moores besitzen eine Ranch. Doch hier in der Nähe von Bucklin im Bundesstaat Kansas ist das Leben noch wirklich ursprünglich.

Laramie hadert deswegen nicht selten mit seinem Schicksal. Der 17-Jährige ist das jüngste dreier Kinder, von denen nur noch er bei den Eltern wohnt. Mutter Nancy, die einst das College besucht hat, unterrichtet den kräftigen Burschen zuhause. Die Tatsache, dass Laramie gerade die Koketterie mit dem Cowboy-Dasein entdeckt hat, bleibt weitgehend unbemerkt. Der Junge soll die Ranch eines Tages übernehmen. An diesem Tag aber beschwert es sich, dass er nicht mit seinen Kumpels ins Schwimmbad gehen kann.

Gute Haftung: Walking Stick

Gute Haftung: Walking Stick

Widerwillig begleitet Laramie Vater Joe zum Stall. Beide überlegen, welchen Tieren sie die wenig behänden Reiter zumuten könnten. Dann rufen sie ihnen die wichtigsten Regeln in Erinnerung – und los geht es. Bald hat sich Stute Mare an den Passagier gewöhnt. Nach wenigen Minuten gelangen wir in die Nähe der ersten Texas Longhorns. Rund 300 Exemplare dieser Rinderspezies halten Nancy und Joe auf ihrem fast 2400 Hektar großen Anwesen. Mit ihren Hörnern, die eine Spannweite von bis zu 2,50 Metern erreichen, sind die Tiere ein erhabener Anblick. Doch Joe macht an diesem heißen Julivormittag einen besorgten Eindruck: Er hat schon zwei Tiere gesehen, die unter einer Augenkrankheit leiden.

Kapitale Heuschrecke in Kansas

Kapitale Heuschrecke in Kansas

Jagd auf Coyoten

Es ist ein ursprüngliches Leben, das die Moores fernab der Zivilisation führen. Entsprechend verzichten sie auf Massentierhaltung und Viehfutter. „Unsere Rinder“, sagt Joe, „ernähren sich ausschließlich von saftigem Gras“. Zur Beschreibung dieses Grundsatzes verzichtet er auf  Modewörter wie „bio“. Er arbeitet so, weil er es schon immer so getan hat. Und weil er eine gesunde Portion Skepsis gegenüber der amerikanischen Landwirtschaftsindustrie mitbringt.

Beute für die Kojoten

Beute für die Kojoten

„Hier in Kansas“, sagt er, „geht das noch“. Die Einkünfte, die der Familie dadurch entgehen, gleicht sie aus, indem sie ihr Leben mit Besuchern teilt. Die Gäste – es sind nie mehr als sechs – wohnen während dem Urlaub auf der Dude Ranch in spartanischen Sperrholzhütten. Als Entschädigung für den entgangenen Luxus werden sie mit Longhorn-Beef bekocht. Sie können nachts einen Sternenhimmel genießen, der durch keinerlei Kunstlicht beeinträchtigt ist. Und sie nehmen eine authentische Erfahrung mit nach Hause. Nichts auf der Moore Ranch ist stilisiert oder idealisiert. Es ist eine „Working Ranch“. Allerdings gilt auch hier: Erst die Tiere, dann die Gäste.

Informationen:

Die „Dude Ranches“ und „Working Ranches“ können über die Flughäfen von Oklahoma City, Tulsa (beide Oklahoma) oder Wichita (Kansas) erreicht werden. Die beste Reisezeit sind die Monate April und Mai sowie September und Oktober. Die Zeit von Juni bis August kann mit Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius extrem heiß sein, die Wintermonate variieren von mild bis frostig.

Sperrholz statt Spa- auch das ist Prärietourismus

Sperrholz statt Spa- auch das ist Prärietourismus

Die Preise starten inklusive Vollpension bei zurzeit 120 Euro pro Tag und Person. Die Moore Ranch bietet neben den Aufenthalten auf der Ranch auch die Teilnahme an so genannten „Cattle Drives“ an. Dabei werden die Viehherden über größere Distanzen von einem Ort zum anderen begleitet. Drei Tage kosten inklusive Übernachtung im Zelt rund 550 Euro. Auch Anfänger können auf speziell ausgebildeten Pferden gefahrlos teilnehmen.

Organisierte Reisen inklusive Flug und Mietwagen sind über die Anbieter „America Unlimited“ und „Argus Reisen buchbar“. Flüge mit United gehen ab Frankfurt am Main über Chicago nach Wichita. Continental fliegt ab Berlin über Newark und Houston zu den Zielen der Region.

Ein Ranchurlaub lässt sich gut mit einem anderen amerikanischen Klassiker verbinden: durch Oklahoma führen fast 700 Kilometer der legendären Route 66, durch Kansas immerhin 21.

www.meadowlakeranch.com

www.moorelonghornranch.com

www.america-unlimited.de

www.argusreisen.de

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