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Georgia on my Mind (Teil 2)

Noch weniger Aufmerksamkeit als die Atlantik-Inseln erfährt ein Ökosystem in rund einer Autostunde Entfernung: das Naturreservat Okefenokee. In dem untiefen Süßwassersumpf hängt das Spanische Moos in noch dichteren Flechten von Kiefern und anderen Koniferen herab. Ein gespenstischer Anblick, wenn mal wieder Nebelschwaden über das Wasser ziehen. Das leichte Unwohlsein legt sich nicht, wenn Park Ranger Joe das Alleinstellungsmerkmal von Okefenokee preisgibt: die Sümpfe sind die Heimat von 15.000 Alligatoren – und die Gewässer sind frei zugänglich.

Aligator in den Sümpfen von Okefenokee

Aligator in den Sümpfen von Okefenokee

Stammgäste: eine Schildkrötenfamilie

Stammgäste: eine Schildkrötenfamilie

Anfangs noch kann er lediglich Unmengen von Wassergoldkeulen zeigen, endemische Pflanzen, die ihre weißgelben Blütenstängel vorwitzig in die Luft recken. Doch entlang der Hauptwasserstraße liegt tatsächlich alle paar Meter ein Reptil. Die sonst so vorsichtigen Amerikaner aber haben keine Scheu, mit Kanus durch den Sumpf zu paddeln. „Seit 1937“, sagt Joe, „haben wir hier keinerlei Zwischenfälle gehabt“. Das Vertrauen zu den bis zu vier Meter langen Alligatoren geht so weit, dass auf einer Anhöhe gar ein Camping-Platz eingerichtet wurde. Für den Nervenkitzel zwischendurch.

Glamourös und morbide

Die einzige Großstadt der Küstenregion fügt sich in das Gesamtbild nahtlos ein: Savannah ist ehrwürdig, glamourös und gleichfalls ein wenig morbide. 1733 gegründet, zählt die Stadt zu den ältesten des Kontinents. Die Straßen sind nach einem Schachbrettmuster angelegt, wobei die Planer an jeder Kreuzung grüne Karrees eingerichtet haben. Neoklassizistische Villen und die allgegenwärtigen Virginia-Eichen sind verlässliche Garanten für das Südstaatenflair.

Scary: Der Schädel einer Meeresschidkröte

Scary: Der Schädel einer Meeresschidkröte

Alleinstellungsmerkmal der Südstaaten: Mit spanischem Moos behangene Eichen

Das charmante Savannah ist auch in anderer Hinsicht ein Gegenentwurf zur amerikanischen Großstadt: alles zu Fuß erreichbar. Die alten Backsteinbauten am Südufer des Savannah River wurden von der Erlebnisgastronomie vereinnahmt. Rund um die Partymeile geht es an Wochenenden wild zu. Nach Einbruch der Dunkelheit spielen sich auch in der City seltsame Szenen ab: Dutzende zu Cabrios umgebaute Leichenwagen fahren umher. Die ausgelassenen Passagiere verdingen sich an

Green day: Feierlichkeiten zum St. Patrick's day in Savannah

Green day: Feierlichkeiten zum St. Patrick’s day in Savannah

Alkoholika, eine Freiheit, die andernorts im Straßenverkehr streng verboten ist. Die Chauffeure erzählen derweil im Brustton der Überzeugung, dass dieses prächtige Savannah die gespenstischste Stadt der USA sei. Eine Idee von Marketing-Strategen. Wo der Geldadel nicht residierte, müssen scheinbar neue Legenden her.

Informationen:

Die Küstenregion Georgias ist von Deutschland aus am besten über Atlanta erreichbar. Verschiedene Fluggesellschaften (Lufthansa, Delta) fliegen nonstop. Die Autofahrt dauert etwa fünf Stunden. Ein Mietwagen ist unbedingt erforderlich, zum Beispiel über „Sunnycars“ (mit transparenter Preisgestaltung).

Die besten Reisezeiten sind die Perioden von Mitte März bis Mitte Mai sowie von Mitte September bis Ende Oktober. In beiden Perioden sind Tage mit Temperaturen von 25 bis 30 Grad warm und die Nächte frisch. Das Frühjahr ist besonders schön, denn Georgia besitzt den

Artistisch: Ein Geier im Landeanflug auf Cumberland Island

Artistisch: Ein Geier im Landeanflug auf Cumberland Island

Spitznamen „Peach State“ (Pfirsischstaat), überall blühen Obstbäume. Der Sommer ist schwül und sehr warm. Reisende sollten Insektenschutz nicht vergessen.

Der Besuch von Cumberland Island sollte wegen der sehr limitierten Übernachtungsmöglichkeiten rechtzeitig geplant werden. Die kleine Firma „Okefenokee Adventures“ organisiert von der Paddeltour bis zur Übernachtung im Zelt allerlei Aktivitäten im Sumpfgebiet.

Weiterführend Informationen auch zu anderen Attraktionen Georgias (die Metropole Atlanta oder die progressive Musterstadt Athens) auf der deutschsprachigen Webseite des Tourismusbüros.

www.georgiaonmymind.de

www.visitsavannah.com

www.fws.gov/okefenokee

www.okefenokeeadventures.com

www.greyfieldinn.com

www.jekyllclub.com

www.sunnycars.de

Die Reise wurde vom Tourismusbüro des Bundesstaats Georgia unterstützt.

Leichenwagentour durch Savannah, die angebliche Geisterhauptstadt der USA

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