Artikel
1 Kommentar

In Palau essen sie Flughunde

Süppchen

Der Pazifikstaat Palau hat exzellente Tauchspots, pilzförmige Kalkinselchen als grüne Farbtupfen im blauen Pazifik und: es gibt manch exotische Essgepflogenheit. Schwangeren seien zum Beispiel Seegurken eine Wohltat, sagt Touristenführer Malcolm Meltel. „Das gibt ihnen etwas“, so seine etwas ominös bleibende Auskunft.

Ein Griff auf den Lagunengrund, und die Seegurke ist fast angerichtet

Ein Griff auf den Lagunengrund, und die Seegurke ist fast angerichtet

Während der Paddeltour in die Lagunenwelt springt Meltel unvermittelt ins klare Wasser und taucht mit einer Seegurke in der Hand wieder auf. Er hält sie in die Luft und drückt fest zu bis eine schleimige Masse aus der Öffnung aufs Boot tropft.

Nur noch ein bisschen ausdrücken

Nur noch ein bisschen ausdrücken

Ein paar Spritzer lässt er auch in seinen Mund schießen. Das beeindruckt die anderen Teilnehmer, die in ihren Booten sitzen. „Möchtet ihr ‚mal?“, fragt Meltel. Keiner meldet sich. Ob es Meltel schmeckt oder nicht? Sein Gesichtsausdruck: irgendwo zwischen gespieltem Genuss und unterdrückter Anwiderung.

Der schleimige Inhalt erinnert an Austern

Der schleimige Inhalt erinnert geschmacklich an Austern

Während sich Seegurken nicht auf der Speisekarte eines Restaurants in der informellen Hauptstadt Koror wiederfinden, wird dort eine landestypische Delikatesse angeboten, die Gästen aus Europa nicht minder unmöglich erscheint. Für eine Suppe kochen sie fruit bats aus.

Wässrig ist diese Suppe und könnte jede Suppe dieser Welt sein

Wässrig ist diese Suppe und könnte jede Suppe dieser Welt sein

Auch der Autor post ein bisschen fürs Foto und versucht seinen Ekel zu überspielen. Dann versucht er ein Löffelchen der Flughundsuppe.

Wäre sie nicht zubereitet mit dem Tierchen, das rechts daneben auf dem Teller steht

Wäre sie doch nicht zubereitet mit dem Tierchen, das rechts daneben auf dem Teller steht

Würde man die Augen verbinden – geschmacklich kommt die Suppe eher fad daher. Nur das Auge isst bekanntlich mit und wird irritiert von dem ausgekochten Exemplar auf dem Tisch. Ein Portrait stimmt nicht wirklich vertrauensseliger.

Eine fruit bat - ein Flughund, hier zu Vorzeigezwecken von dem Gastronom mit einem Schleifchen versehen

Eine fruit bat – ein Flughund, hier zu Vorzeigezwecken von dem Gastronomen mit einem Mickey-Mouse-Schleifchen versehen

Stefan Weißenborn, September 2012

Die Reise nach Palau wurde unterstützt von www.samstours.com.

1 Kommentar

  1. Pingback: 42 Stunden Schienenklappern – Zugreise auf die Halbinsel Krim – BOARDING COMPLETED

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.