Galerie
2 Kommentare

Posieren und Polieren – Für mehr Durchblick auf Automessen

Auf einer Automesse laufen sich die Besucher die Füße wund, doch die Hostessen stehen sie sich platt. Als blickebündelndes, oft eng bis dürftig bekleidetes oder manchmal verkleidetes Beiwerk fürs heilige Blech stehen sie den ganzen Tag, schmiegen sich wie Katzen an die blanken, kalten Flächen und müssten eigentlich eine Versicherung gegen Schäden durch Fotoblitze abschließen. Manche sind so schön, dass selbst notorische Motorjünger erst einmal ihre Linse auf die Damen zentrieren.

Dass ihr Lächeln im Messemarathon früher oder später etwas android anmutet, sei ihnen verziehen. Wahrscheinlich passiert es aus Selbstschutz. Denn so viel Verbindlichkeit, wie ein einziges Lächeln erzeugen kann, tausendfach abgerufen, würde an den psychischen Grundfesten rütteln und früher oder später zwangsläufig zur Selbstauflösung führen. Dann also lieber auf Roboter vom Planeten Grinsebacke machen.

Zu den Finessen gehört auch, dass manche ihr Grinsen am Zenit einrasten lassen können. Das beugt der Übersäuerung der Gesichtsmuskulatur durch zu viel Bewegung vor. Der ein oder andere Reflex ist ihnen also gestattet, den Hostessen. Gerade auch in Anbetracht manchen männlichen Messebummlers, der so viel Appeal bis zu den Präsentiertellern weithin hörbar zum Leid der Ladys nur mit einem unkontrollierten Lippenzucken oder Wildkatzenbrummen verarbeiten kann. Ist das nicht furchtbar? Wir finden: jein.

So viel also zur durchaus und leider menschlichen Implikation der Libido im artifiziellen Kontext der Parallelwelt einer Automesse. Und dann gibt es noch eine andere Spezies, die andere Abwehrroutinen entwickeln muss. Es sind die unablässig wie ein Störfeuer um die schillernden und stets von Meteoriteneinschlägen im Nano-Maßstab bedrohten Autos schwirrenden Reinigungskräfte, die bei den Fotofreaks schockartig Allergie auslösen. Schon wieder so ein hässlicher Idiot mit Staubwedel ins Bild gelatscht!

Die oft mit Billighonoraren abgespeisten Polierer haben Sprühflaschen am Gürtel baumeln und unter den Achseln bunte Puschel klemmen, die auf ihren Einsatz gegen Staubpartikel warten, wenn gerade der Lappen Fettabsonderungen von Fingern eliminiert. Die Polierer selbst müssen nicht schön sein, nur das, was sie bearbeiten. Und da sie nicht schön sein müssen, passen sie nicht ins Bild, werden angepflaumt, pflaumen zurück, oder ziehen einfach ihren Stiefel durch, egal wie viele Finger an den Auslösern lauern. Was eine tragische Verkettung und Verkennung! Sie sorgen doch für den eigentlichen Glanz im ganzen Zirkus der Vehikel! Sehen Sie eine Fotoreihe vom Mondial de l’Automobile 2012 gegen den Cyrano-de-Bergerac-Effekt auf Automessen:

2 Kommentare

  1. Schicke Damen… und nette Autos. Ich plane ja einen Besuch bei der Essener Motorshow, mal schauen ob das klappt… Ob ich mich mit so schicker Kleidung dann auch an die Autos lehnen darf ??

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.