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Von der größten Ruine zu Berlins geräumigstem Design-Hotel: Das „Andel’s“ in Friedrichshain

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Radikal vertikal, räumlich beengt, bis in den letzten Winkel verplant und in gewisser Weise bemerkenswert unmodern. So war die Stadt, aus der ich gerade angekommen war.  Ich hatte in einer Art klimatisiertem Schuhkarton mit Nasszelle genächtigt – für 200 Euro pro Nacht. Nach New York würde der Kontrast groß sein mit der Stadt, die sich fladenhaft mitten im Nichts ausbreitet.

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Aber ich habe mich gefreut auf Berlin, wo ich mich nach einem Kongress über die Zukunft der Mobilität in der Megastadt nun drei Tage lang mit der Gegenwart der Bewegung im virtuellen Raum beschäftigen würde – bei jenem Branchentreffen der Digitalites, das sich re:publica nennt.

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Gewohnt habe ich im „Andel’s“, das mich mit allen Vorzügen der deutschen Hotellerie empfangen hat: Mit einem großzügigen Zimmer, nagelneuem Mobiliar, einer leisen Klimanalage – und einer formidablen Dusche. Nach all dem habe ich mich gesehnt nach dem Langstreckenflug, dem ein bewegunsintensiver Sonntag insklusive Joggingeinheit im Central Park vorausgegangen war.

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Das Hotel liegt etwas abseits in Friedrichshain, rund drei Kilometer vom Alexanderplatz entfernt. Nicht gerade eine Premiumlage, aber ab Alex mit der Straßenbahn (Metrotram 5)  in zehn Minuten erreichbar. Zu den ganzen Herbergen, die mit dem Zusatz „Alexanderplatz“ werben, läuft man meist genauso lang. Außerdem liegt die S-Bahnstation „Landsberger Allee“ direkt vor der Haustüre.

Was das „Andel’s“ außerdem von seinen Mitbewerbern unterscheidet: Es sollte ursprünglich gar kein Hotel werden, viel mehr war der vom italienischen Architekten Aldo Rossi (1931-1997) entworfene Bau Kernstück der lange Zeit größten Bauruine Berlins. Die Landsberger Arkaden wurden 1996 als Einkaufszentrum geplant, doch vollendet wurden sie nie. 2007 schließlich hat die österreichische Kette Vienna International sich dazu entschlossen, hier ihre Hauptstadtrepräsentanz einzurichten. Kostenpunkt: 70 Millionen Euro. Viel Geld dafür, dass das Haus von außen trotz des großen Namens wenig inspirierend ist.

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Das mit 557 Zimmern und der Klassifizierung „Vier Sterne Superior“ ausgestattete Ergebnis nennt sich seit 2009 Berlins größtes Designhotel. Inklusive einer Panoramabar im 14. Stock („Sky Bar“), dem von Chef de Cuisine Alexander Koppe geführten Restaurant „a.choice“ (15 Punkte im Gault Millau), einer 550 Quadratmeter großen Spa- und Wellness-Einheit sowie einer „Smoker’s Lounge“ – die Berliner haben es ja bekanntlich nicht so sehr mit der Bevormundung, wie andere Bundesländer.

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Ein absolutes Alleinstellungsmerkmal sind die Katakomben, ein Relikt der ursprünglichen Bestimmung. Die Aufzüge zu den Konferenzräumen sind derart geräumig, dass sogar PKW darin verfrachtet werden können.

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Das „Andel’s“ aber ist nicht nur Berlins größtes Designhotel, sondern auch ein preiswertes: Die Zimmer sind bis einschließlich 30. August 2013 bei mindestens zwei Übernachtungen schon ab 72 Euro zu haben. Auch hier ist der Kontrast zu New York also drastisch. Oder, um es mathematisch zu präzisieren: Geht es nach Größe und Rechnungsvolumen, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis im Andels im Vergleich zum Hudson Hotel Manhattan ungefähr neun Mal besser. Eine seht gute Adresse für alle, die es behaglich mögen und die mit einem Domizil in B-Lage vorlieb nehmen.

Weitere Informationen:

vi-hotels.com/de/andels-berlin

Tipp: Fragt nach einem Zimmer, bei dem die Badezimmertüre nicht transparent ist, sonst kann es schon früh sehr hell werden.

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Ralf Johnen, Juni 2013. Ich war während der re:publica auf Einladung des Hotels zwei Nächte im „Andel’s“.

Bilder: Vienna International Hotels (6, davon eines mit Credit von Sandra Bergmann), Ralf Johnen (3)

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