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Vertigo in Bangkok: Das Banyan Tree Hotel

Als wir aus dem Terminal des Suvarnabhumi Airport Bangkok trotten, laufen wir gegen eine Wand. Eine Wand aus 40 Grad heißer, feucht-schwerer Luft. Etwas ratlos stehen wir nun da, versuchen uns in dem Gewusel aus Passagieren, Taxifahrern und Händlern zu orientieren. Da taucht aus der Wand ein guter Geist in Uniform auf. Mit einem Wai verneigt er sich vor uns, stellt sich als Sam, Chauffeur des Banyan Tree Hotels, vor und weist lächelnd den Weg zu seiner Limousine. Wir lassen uns in die Ledersitze des nagelneuen und vor allem tiefgekühlten BMW plumpsen, wo kalte Tücher für uns bereitliegen und Mineralwasser in der Konsole steht. Als die Karosse zu sanften Thai-Klängen los schnurrt, fühlen wir uns ein wenig wie König Bhumibol Adulyadej, der omnipräsent von haushohen Plakaten am Straßenrand grüßt. Und wir analysieren entspannt, dass die Betreiber des im Januar 2002 eröffneten Fünf-Sterne-Hotels offensichtlich wissen, wie sie ihre Gäste mit dem Limousinenservice schon vor dem Check-in für sich gewinnen.

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Auf dem Weg ins Zentrum von Bangkok erhalten wir eine kleine Einführung in thailändische Agrikultur und Infrastruktur. Voll des Lobes über den neuen Highway, der den Flughafen mit dem Zentrum der stetig wachsenden, momentan rund 8,3 Millionen Einwohner zählenden Metropole verbindet, deutet Sam mal nach links – „Fisch- und Mangofarmen“ -, mal nach rechts: „Mango- und Fischfarmen“.

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Im grünen Umland von Bangkok scheint dieser – offenbar immer in Kombination auftretende – Wirtschaftszweig der lukratrivste zu sein. Je näher wir aber der Stadt kommen, desto häufiger sehen wir goldene Dächer von Tempeln und emporschießende Neubauten. Sam muss nun immer öfter den Tuk-Tuks ausweichen, die über die dicht befahrenen Straßen knattern. Als wir nach gut einer halben Stunden vor dem Turm des Banyan Tree vorfahren, bedauern wir ein wenig, dass die Fahrt schon vorbei ist.

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In der runtergekühlten Empfangshalle werden wir wärmstens vom traditionell-thailändisch gewandeten Personal begrüßt und bekommen eine Phuang malai, eine Blumengirlande aus Jasmin, um den Arm gebunden. Leicht benebelt von den ersten Eindrücken und dem Blumenduft, fahren wir mit dem Lift zu unserer Suite, die keine Wünsche offen lässt: viel Platz, noble Ausstattung, Ausblick auf die Stadt. Vielleicht für Europäer ein bisschen zu wenig Asien-Flair.

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Wir genehmigen uns erstmal ein Singha aus der Minibar und schauen auf die Stadt: ächzen über Tennisspieler, die bei mörderischen Temperaturen auf einem benachbarten Wolkenkratzer-Court dem Ball hinterher hechten, staunen über die Roller-Armadas, die sich durch die Straßen quälen, und über die Millionen Lichter, die langsam in der Stadt zu leuchten beginnen.

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Waren wir schon ein wenig beschwipst von dem Ausblick auf die Metropole, wird uns später erst recht schwindelig: wir betreten die „Moon Bar“ in der 61. Etage des Hotels, die (bislang) höchste Bar Bangkoks und nach Hotelangaben erste derartige Dachterrasse in ganz Asien. Als wir in den breiten Sesseln des angrenzenden Restaurants mit dem adäquaten Hitchcock-Titel  „Vertigo“ Platz nehmen, konstatieren wir: erstens: hier oben ist die Luft doch entschieden besser als in den stickigen Straßen. Zweitens: kein Insekt wird sich in solch schwindelnde Höhen wagen, weshalb unser Spray mal schön im Täschchen bleiben darf. Drittens: der deutsche TÜV würde die spärlichen Balustraden niemals genehmigen. Und viertens: die Aussicht auf die Millionenstadt ist einfach fantastisch! Als wir dann noch ein vorzügliches, aber zu unserer milden Enttäuschung eher mediterran denn thailändisch inspiriertes Menü serviert bekommen, ist der erste Bangkok-Abend vollkommen.

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Haben wir bisher im Banyan Tree ein bisschen das Asien -Gefühl vermisst, bekommen wir am nächsten Morgen – nach einem Frühstück, bei dem wir uns vom Buffet eine eigenwillige eurasische Fusion aus Dim Sum, Rührei und Mini-Croissants auf den Teller geladen haben und bei dem der stets äußerst aufmerksame Service des Hotels mir einen Hocker neben den Tisch gestellt hat, damit meine ramponierte Handtasche nicht auf dem Teppichboden liegen muss – eine ganze Packung thailändischer Kultur verpasst: in Form einer einstündigen Massage im preisgekrönten Spa des Hotels, die wenig mit dem zu tun hat, was man in deutschen Salons darunter versteht.

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Beginnend mit einer rituellen Fußwaschung, werden wir anschließend nach allen Regeln der Kunst geknetet, gewalgt, gedehnt. Vom Liegenachbarn hört man abwechselnd wohliges Grunzen, Stöhnen und Laute, die wie Schnarchen klingen. Die aber vom Liegenachbarn später als Würdigung der Kunstfertigkeit der Masseusen deklariert werden. Schnarchend – äh, begeistert – starten wir in unseren Sightseeing-Tag.

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Informationen:

Banyan Tree Bangkok, 21/100 South Sathon Road, Sathon, Bangkok 10120, Thailand, Tel: +66 2 679 1200, Fax: +66 2 679 1199, ab 154 Euro für das Deluxe-Zimmer (ohne Frühstück).

banyantree.com

thailandtourismus.de

Alexandra Klaus, November 2013. Die Autorin war auf Einladung des Hotels im Banyan Tree Bangkok.

Eine weitere Thailand-Geschichte: In vollen Zügen genießen

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