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Sich treiben lassen in Hongkong: Lazy afternoon auf Lamma Island

Ein schwimmendes Dorf statt treibende Menschenmassen: Auf Lamma Island ist Hongkong wie früher

Ein schwimmendes Dorf statt treibende Menschenmassen: Auf Lamma Island ist Hongkong wie früher

Hongkong. Das war doch diese Stadt mit den Nachtmärkten. Mit Restaurants, in denen man Tauben und Frösche verspeist. Mit Einkaufszentren, die Fanale turbokapitalistischer Konsumwut sind.

Nur 25 Fährenminuten sieht die Lage indes anders aus

Nur 25 Fährenminuten sieht die Lage indes anders aus

Mit spektakulären Wolkenkratzern wie dem ICC, in dem sich mit dem Ritz Carlton das höchste Hotel der Welt befindet. Und mit Hochhausburgen, die, nun ja, ein wenig menschenverachtend daherkommen.

Auch wenn der Anblick der Skyline aus dem 115. Stock nicht schäbig ist

Auch wenn der Anblick der Skyline aus dem 115. Stock nicht schäbig ist

Stimmt alles. So ist bei aller Faszination nur schwer zu verkennen, dass Hongkong ein dicht besiedelter Moloch ist. Doch die einstige britische Kronkolonie ist zugleich ein weitläufiger Archipel, dessen weiter von Downtown entfernte Inseln überraschend anders sind: Dünn besiedelt, fast autofrei – und voller Lebewesen, die mir als mitteleuropäischem Stadtkind alles andere als geheuer sind.

Wäre ich eine Reisereportage, würde ich schreiben: "Hier ist die Zeit stehen geblieben"

Wäre ich eine Reisereportage, würde ich schreiben: „Hier ist die Zeit stehen geblieben“

Schon die Anreise macht Spaß: Die Fähre der Hongkong and Kowloon Ferry Holdings Limited braucht 25 Minuten und kostet zwischen 17 und 24 Hongkong Dollar (2 bis 3 Euro). Ich entscheide mich für die Anfahrt nach Yung Shue Wan im Westen der Insel.

Das Erscheinungsbild von Yung Shue Wan ist durchaus diffus

Das Erscheinungsbild von Yung Shue Wan ist durchaus diffus

Ein Fischerdorf, das schwer festzulegen ist: Ärmliche Wellblechhütten am Wasser, villenartige Behausungen an den Flanken der Hügel. Dazwischen ein buntes Dorf mit hippieartigem Charme, nur maßvoll touristisch.

Der lokale Bookstore-Eigentümer scheint mir ein korrekter Typ zu sein

Der lokale Bookstore-Eigentümer scheint mir ein korrekter Typ zu sein

Von Yung Shue Wan führt ein Wanderweg quer über die Insel. Vorbei an Bananenstauden geht es über einen kurvigen Parcours steil bergauf und bergab – schönen Aussichten über Buchten und Dörfer bleiben nicht aus.

Was das hier geben soll, ist mir derweil nicht ganz klar

Was das hier geben soll, ist mir derweil nicht ganz klar. Vielleicht eine Pansen-Parade?

Dann lieber ab in den Tempel

Dann lieber ab in den Tempel

Immer wieder fliegen handtellergroße Schmetterlinge durchs Bild. Vorboten einer Insektenwelt, die von Mutationen geprägt scheint.

Auch mit Bananenstauden hätte ich auf dem Stadtgebiet nicht gerechnet

Auch mit Bananenstauden hätte ich auf dem Stadtgebiet nicht gerechnet

Zwar sind es nur harmlose Seidenspinnen, doch ihre Größe von bis zu 15 Zentimetern flößt mir zumindest Respekt ein. Die Einheimischen sind da weniger zimperlich. Ihnen dienen die Insekten als Nutztiere (!) – und wenn nicht das, so verspeisen ihre Körper mit rohen Kartoffeln.

Der Wanderweg von einem Terminal zum anderen ist bei 34 Grad nicht ganz unanstrengend zu absolvieren

Der hügelige Wanderweg von einem Terminal zum anderen ist bei 34 Grad nicht ganz unanstrengend

Die meditative Wanderung abseits der Großstadt führt zu einem hübschen Strand. Hier halten sich fast nur Einheimische auf – eine schöne Alternative zu dem ansonsten weit verbreiteten Hobby, durch ein Einkaufszentrum zu paradieren, um das sauer verdiente Geld auf den Kopf zu hauen.

Doch der ein oder andere Ausblick auf Pazifikbuchten entschädigt mühelos

Doch der ein oder andere Ausblick auf Pazifikbuchten entschädigt mühelos

Es wimmelt vor riesigen Seidenspinnen auf Lamma Island

Es wimmelt vor riesigen Seidenspinnen auf Lamma Island

Aber auch Lepitopterologen kommen auf ihre Kosten

Aber auch Lepitopterologen kommen auf ihre Kosten

Fast menschenleer: Einer der Strände von Lamma Island

Fast menschenleer: Einer der Strände von Lamma Island

Und eine mögliche Erklärung: SHARKS

Und eine mögliche Erklärung: SHARKS

Die letzte Etappe der nur rund fünf Kilometer langen Strecke führt nach Sok Kwu Wan. Freudiger Höhepunkt ist der Anblick eines schwimmenden Dorfes: Auf den Flößen, die in der Bucht vor Anker liegen, leben und handeln die örtlichen Fischer, die sich als „indigenes Volk“ bezeichnen.

Spätestens jetzt wird klar: Lamma Island gehört auf eure Liste

Spätestens jetzt wird klar: Lamma Island gehört auf eure Liste

Ein erhabener Anblick, der gewiss auch eine nähere Beschäftigung wert ist. Ich habe aber für heute genug. Schließlich sind es wieder 34 Grad in Hongkong – und ein eiskaltes Bier muss schon noch sein, ehe die Fähre mich zurück in die Metropole bringt.

Blick zurück auf einen langen Tag: Der Autor mit seinem Tsing Tao

Kontemplativer Blick zurück auf einen langen Tag: Der Autor mit seinem Tsing Tao

 Text & Bilder: Ralf Johnen, Juni 2015. Der Autor war privat in Hongkong.

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