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Auf Flusspferd-Safari in Südafrika

Hippo-Soup? Der Lake St. Lucia ermuntert zu einer solchen Assoziation

Noch nie ein Flusspferd gesehen? Dann ab nach Santa Lucia. Hier, an der Ostküste Südafrikas, sind die Tiere allgegenwärtig. Mehr als 1000 Hippos leben allein im Lake St. Lucia, der hier mit Hilfe eines kurzen Flusses in den Indischen Ozean mündet.

Besser nicht Baden: Warnschild am Lake St. Lucia

Dabei bahnt sich das Gewässer seinen Weg derart eigenwillig, dass es einen schmalen Landstreifen zwischen Meer und Fluss bildet, auf dem sich das Dorf mit seinen 2000 Einwohnern ausbreitet.

Die Weiten Afrikas: die Tour führt durch die Ausläufer des iSimangaliso Wetland Park

Erster Kontakt mit einem Krokodil

Als wir uns dort kurz nach unserer Ankunft auf einen wackligen Holzsteg begeben, bleibt uns der Anblick eines Flusspferdes zunächst verborgen. Dafür lässt sich nach wenigen Minuten ein ausgewachsenes Krokodil blicken. So ist das in der Wildnis.

Krokodile sind im Lake St. Lucia noch zahlreicher vorhanden, als Hippos

Die erste Begegnung mit den Hippos kommt eher unverhofft: Als wir am Abend bei Dunkelheit vom Restaurant zum Ferienhaus zurücklaufen, kommen uns unsere Nichten und Neffen aufgeregt entgegengerannt: »Hippos! We saw some hippos on the lawn.«

Spot an für St. Lucia

Klar, denken wir. Die spazieren hier nachts einfach durch Dorf. Doch schon nach wenigen Sekunden bemerken wir einen Aufruhr: Eine Handvoll Südafrikaner warnt uns, dass wir bloß auf der Hut sein sollen. Wenn die Flusspferde sich bedroht fühlen, greifen sie Menschen an. Wir schlucken, machen einen weiten Bogen um die Wiese und wissen schon jetzt: Das war das erste und einzige Mal, dass wir hier nachts zu Fuß herumlaufen.

Neugieriger Auflauf am Bootsableger

Auf Flusspferd-Safari in St. Lucia

Am nächsten Tag gehen wir der Sache auf den Grund: Wir haben Tickets für eine Flusspferd- und Krokodiltour auf dem Lake St. Lucia. Am späten Nachmittag begeben wir uns an Bord eines Ponton-Bootes, das den unteren Flusslauf erkundet.

Im Lake St. Lucia leben neben Krokodilen und Flusspferden aus Hammerhaie

Noch vor der Brücke, die St. Lucia mit dem Festland verbindet, heißt es: Krokodil auf Backbord. Das ist der Augenblick an dem wir lernen, dass die Population der archaischen Reptilien ebenfalls vierstellig ist. Zudem patrouilliert eine nicht bekannte Anzahl von Hammerhaien in den Gewässern.

Skeptischer Blick: Die Begegnungen von Mensch und Tier häufen sich

Ich blicke versonnen in die weite afrikanische Landschaft: Wir fahren durch die südlichen Ausläufer durch den iSimangaliso Wetland Park, einem fantastischen Nationalpark, der als die ursprüngliche Heimat des Nashorns gilt. Der Park wurde 1999 zum ersten Weltnaturerbe Südafrikas erklärt.

Erste Schnappschüsse sind geglückt

Bald zeichnen sich die erhofften Wölbungen an der Wasseroberfläche ab: Hippos. Erst ein einzelnes Individuum, das sich laut Kapitän über einen bekannten Trampelpfad gerade an Land begibt. Danach folgen kleinere Gruppen von drei oder vier Tieren und schließlich eine ganze Großfamilie, die sich auf engem Raum aneinanderschmiegt.

Flusspferdfamilien bleiben meist eng beieinander

Die gefährlichsten Tiere Afrika sind Vegetarier

Die Flusspferde grunzen und blicken misstrauisch auf das Boot, das Bestandteil einer mittelgroßen Flotte von Ausflugsbooten ist. Der Käpt’n lässt wissen, dass es sich bei den Wesen keineswegs um Kuscheltiere handelt, wie sie in Schokoladenform die Supermarktregale füllen. Viel mehr sind Flusspferde die gefährlichsten Vierbeiner Afrikas, ohne deswegen Raubtiere zu sein.

Weiße Mangroven säumen das Ufer

Bis zu 3000 Menschen sterben jedes Jahr bei Angriffen, obwohl es sich um Vegetarier handelt. Doch die Hippos sehen extrem schlecht – und wenn sie auf der Suche nach Nahrung, in diesem Falle Gras, in das Territorium des Menschen vordringen, kommt es regelmäßig zu Zwischenfällen.

Auch hier fühlen sich die bis zu 4500 Kilo schweren Tiere wohl

Auch in St. Lucia, wo nachts außerdem mit schöner Regelmäßigkeit Leoparden auf die Pirsch gehen. Daher, denke ich, sind also alle Häuser eingezäunt. Mit Blick auf weiße Mangroven tuckern wir weiter durch die Abendsonne. Bei der nächsten Begegnung mit einer Flusspferdfamilie spricht die Crew von »Hippo-Soup«.

Hier bitte kein Landgang

Der Käpt’n präzisiert, dass Flusspferde extrem schlechte Augen haben. Fühlen sie sich bedroht, setzen sie ihre bis zu 4500 Kilogramm schweren Körper in Bewegung, um zum Angriff zu blasen. Dabei können sie über kurze Entfernungen an die 40 Stundenkilometer schnell werden. Ohne geeignete Verstecke haben Menschen keine Chance.

Ein Weißkopfadler beobachtet in aller Ruhe die Geschehnisse

Das sind die allgegenwärtigen Konsequenzen, wenn Mensch und Natur aufeinandertreffen. Immerhin sind Teile dieses wundersamen Landes durch die vielen Nationalparks davor geschützt. Und in St. Lucia macht trotz der vielen Touristen niemand Anstalten, die wilden Tiere aus dem Dorf zu verdrängen. Bis jetzt.

Die Texturen des Wassers

Informationen über St. Lucia

St. Lucia befindet sich an der Ostküste Südafrikas. Bis nach Johannesburg sind es mit dem Auto rund sieben Stunden. Im Dunkeln sollte man auf keinen Fall fahren. Nicht zuletzt, weil im Umkreis von St. Lucia Schilder vor Flusspferden auf der Straße warnen.

Eine mittelgroße Flotte geht täglich auf Flusspferdsafari. Erfolgsquote: 100 Prozent

Die Tour auf dem Lake St. Lucia wird von Advantage Tours angeboten, dauert rund zwei Stunden und kostet 300 Rand (umgerechnet 18 Euro).

Text und Bilder über die Flusspferd-Safari in St. Lucia im iSimangaliso Wetland Park: Ralf Johnen. Der Autor war privat in Südafrika.

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