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Ein Parkhaus als Sehenswürdigkeit: 1111 Lincoln Road in South Beach Miami

Blickfang ohne Fassade: 1111 Lincoln Road in South Beach Miami

Blickfang ohne Fassade: 1111 Lincoln Road in South Beach Miami

Ein Parkhaus als Sehenwürdigkeit? Geht alles. Zumindest in Miami. Am Westende der längsten und laszivsten Fußgängerzone Floridas waren es die Schweizer Architekten Herzog & de Meuron, die diese Skulptur aus Sichtbeton errichtet haben. Eine Bauikone, die mit dem gängingen Verständnis der Baukunst bricht: Form, Materialeinsatz und Funktion sind radikal anders. Aus einem Zweckbau wird ein Kunstwerk.

Mit 65 Millionen Dollar sind die Baukosten kein Pappenstil. Was das Stadtbild betrifft, hat sich die Investition gelohnt

Mit 65 Millionen Dollar sind die Baukosten kein Pappenstil. Was das Stadtbild betrifft, hat sich die Investition gelohnt

Herzog & de Meuron verzichten vollständig auf eine Fassade. Lediglich das Restaurant auf Parklevel vier ist durch Glas von der Stadt abgeschottet. Die Höhe der Parkdecks variiert von drei bis neun Meter. Die nach oben oder nach untern spitz zulaufenden Säulen verstärken den dynamischen Charakter des Baukörpers. Die komplette Struktur lädt zu einem Vergleich förmlich ein: Das Parkhaus ähnelt einem Kartenhaus.

Exklusiver Einzelhandel im Erdgeschoss

Architektur zieht Design an: Zum Beispiel den Kölner Verleger Benedikt Taschen

So entsteht ein Umfeld, in dem sich die Design-Elite wohlfühlt. Auch der Kölner Verleger Benedikt Taschen hat es sich nicht nehmen lassen, im Erdgeschoss des Parkhauses eine Filiale zu eröffnen. Passendes Detail: Das Gebäude schmückt sich mit der Hausnummer 11 11.

Fassade war gestern

Fassade war gestern, heute herrscht Transparenz

Gut, die Baukosten sind kein Klacks: 65 Millionen Dollar hat das 2010 eröffnete Bauwerk gekostet. Inbegriffen ist die Überbauung eines bestehenden Bank-Gebäudes. Hätten die Verantwortlichen in Hamburg mal einen Blick auf die Kostenkalkulation geworfen, wäre ihnen womöglich schon früher bewusst geworden, dass die ebenfalls von Herzog & de Meuron gebaute Elbphilharmonie nur schwerlich für die anfänglich auf 77 Millionen Euro kalkulierte Summe zu haben gewesen sein konnte. Aber das ist eine andere Geschichte.

Text und Bilder Ralf Johnen, März 2015. Der Autor war in Kooperation mit Visit Florida und dem Greater Miami Convention und Visitors Bureau in Miami.

6 Kommentare

  1. Was ein geniales Bauwerk!
    Ich freue mich schon drauf Ende April auch zum ersten mal in meinem Laben nach Miami zu fliegen..

    65 Millionen ist natürlich auch schon eine Ansage.Zum Glück gibt es ja aber mittlerweile auch Sichtbeton für jederman, so das man sich auch die eigene Wohnung entsprechend einrichten kann. Ich habe mir vergangene Woche zumindest ein kleines „Sichtbeton“ Accessoire zugeelegt http://monomentals.com/produkt/flaschenkuehler-beton-weinkuehler-brut
    Auch wenn die Form nicht ganz so imposant ist wie das Meisterwerk von Herzog & de Meuron 😉

    Gruß,
    Phil

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  2. Hallo Ralf,
    danke für den Tipp. Habe es soeben gegooglet und ich denke das sollte ich mir wirklich nicht entgehen lassen. Ich liebe diesen industriellen Style !

    Danke und Gruß,
    Phil

    Antworten

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