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Ein Markgraf und der Müller-Thurgau: Auf Weintour am Bodensee

Südwesthang mit Schloss: In Meersburg gedeihen nicht nur Weinstöcke

Südwesthang mit Schloss: In Meersburg gedeihen nicht nur Weinstöcke

Locker und beschwingt parliert der Winzer über seine Philosophie: Er mag keine Weine produzieren, die den Konsumenten in die Knie zwingen. Weine mit viel Alkohol und ausgeprägten Tanninen – so wie sie der Zeitgeist gerade in der neuen Welt verlangt. Viel mehr hat dieser Winzer sich auf Tropfen spezialisiert, die leicht sind und frisch. Wie ein Frühlingstag in der Umgebung, in der die Trauben gedeihen. [Weiterlesen]

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Guglhupf mit Blick auf den Weinberg: Kurzurlaub in der Pension Clos Froehn im Elsass

Pension Clos Froehn08

Wir wünschen uns Puscheln für die Rollen unserer Koffer, als wir die stille Rue du Schlossberg hinauf rattern. Unsere Ankunft scheint das verschlafene 380-Seelen-Dörfchen am Rande der Vogesen erbeben zu lassen. Aber als wir oben auf dem Hügel an der Pforte läuten, öffnen Martine und Alphonse Obry freundlich lächelnd – unerschüttert von dem Lärm und unserem ebenfalls ruckelnden Französisch.[Weiterlesen]

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Maastricht: Minimetropole für Bonvivants

Am späten Samstagnachmittag teilt sich die heimische Bevölkerung in zwei Gruppen auf. Die einen fallen ermattet in die Korbstühle am Vrijthof oder auf dem Onze Lieve Vrouwenplein, um sich von den Einkaufsstrapazen zu erholen. Die anderen tragen einen flachen Faltkarton, der an einer Kordel baumelt. Mit Verschwörermine schaffen sie ihre Beute heim.

In den schlichten Behältnissen befindet sich ein Vlaai, ein Kuchen, der typisch ist für die niederländische Provinz Zuid-Limburg. Mal wird er mit Aprikosen oder Kirschen gefüllt. Dann wieder kursiert er in Varianten mit Sahnehaube und Schokosplittern. Am unwiderstehlichsten aber ist er, wenn er mit der traditionellen lockeren Reispuddingcreme daher kommt. Ein Vlaai also ist in Maastricht eine veritable Trophäe – und so werden die populären Backwaren auch in den Schaufenstern präsentiert. Eine gute Adresse für eine repräsentative Kostprobe ist die Bischopsmolen, eine Wassermühle aus dem elften Jahrhundert.

In einem Gässchen am Rande der Innenstadt gelegen, befindet sich hier seit drei Jahren eine Art Erlebnisbäckerei: Hier wundern sich Kinder über rustikale Anlagen und archaische Fertigungsprozesse. Hier bestaunen Erwachsene die wechselvolle Geschichte des Bauwerks. Später kehren Familien gemeinsam ins hauseigene Café ein, um ein Stück Vlaai ihrer Wahl zu verspeisen. Wer richtig Feuer gefangen hat, kann hier übrigens auch an einem Schnellkurs teilnehmen und wird in gängige Rezepturen und die Grundzüge der Rohstofflehre eingeweiht.

Zum Vlaai wird nicht nur Kaffee serviert, sondern auch niederländischer Wein. Kein Witz: Auf den Steilhängen vor den Toren der Stadt gedeihen mittlerweile beachtliche Mengen an Rebstöcken. Dank nahrhafter Kalk- und Lössböden und eines günstigen Mikroklimas erreichen zum Beispiel die Güter „Apostelhoeve“ und „Hoeve Nekum“ erstaunliche Resultate. Das ist nicht unbedingt eine Folge des Klimawandels, denn es wird berichtet, dass Maastricht schon zu Zeiten der Römer eine Reputation als Weinanbaugebiet besessen hat. Diese gewinnt es nun sukzessive zurück – auch wenn Riesling und Pinot Grigio mit Preisen ab zehn Euro im Liebhabersegment angesiedelt sind.

Skeptiker, die hinter dem limburgischen Weinbau den linkischen Versuch der Niederländer wittern, nach der Tomatenproduktion nun ein weiteres landwirtschaftliches Spitzenprodukt zu verwässern, können beruhigt sein: Genug Weinberge, um die Weltmarktvorherrschaft anzustreben, werden im südwestlichen Landzipfel rund um Maastricht nie vorhanden sein.

Oben vom Sint Pietersberg genießt man zudem den schönsten Blick auf die Stadt an der Maas, die gemeinsam mit Nimwegen um den Titel der ältesten Stadt des Landes streitet. Der Hügel, der gut 100 Höhenmeter in den Himmel ragt, ist von der Stadt aus bequem zu Fuß erreichbar. Der Weg lohnt, denn auch unterhalb den Rebstöcke entfaltet sich hier Erstaunliches: Ein einzigartiges Grottenlabyrinth mit mehr als 20 000 Gängen, die im Laufe der Jahrhunderte durch den Abbau von Mergel entstanden sind.

Dass die Auferstehung der niederländischen Weinkultur von Maastricht ausgeht, ist übrigens kein Zufall: Die Stadt besitzt in den Niederlanden den Ruf einer Gourmethochburg. Die Restaurants „Beluga“ (zwei Michelin-Sterne) und „Cuisinier Toine Hermsen“ etwa rangieren unter den zehn besten des Landes – von trendiger Fusion-Küche bis hin zu burgundischen und provenzalischen Spezialitäten scheint die Auswahl für eine Stadt mit nur knapp 120 000 Einwohnern geradezu verschwenderisch.

Gerne kokettiert das 2050 Jahre alte Maastricht denn auch mit seiner – freilich sehr relativen – Nähe zu Frankreich. Aber das nicht zu Unrecht, denn neben dem Savoir-vivre ist den „Mestreechteneren“ (die einen auch für Niederländer kaum verständlichen Dialekt sprechen) eine gewisse Unaufgeregtheit nicht abzusprechen. Ein Spaziergang in der Dämmerung auf den Relikten der mittelalterlichen Stadtmauer ist, ähem, pure Romantik.

In den Einkaufsstraßen ist der Trubel vor allem an Samstagen beträchtlich. Auf dem Marktplatz preisen die Händler Matjes und Makrelen an. Unterdessen begeben sich die modebewussten Südlimburger in den meist kleinen Geschäften rund um die Grote Straat auf die Suche nach eleganter Kleidung. Seit wenigen Monaten auch in zwei nagelneuen Einkaufszentren, die subtil ins Stadtbild eingefügt wurden. Eines davon heißt Mosae Forum und beherbergt an Sonntagen den größten Feinschmeckermarkt der Benelux-Staaten. Die wohl außergewöhnlichste Attraktion der mehrmals hintereinander zur beliebtesten Shopping-Destination der Niederlande gewählten Stadt aber ist die Buchhandlung Selexys, seit 2006 in einer mitten im Zentrum gelegenen Dominikanerkirche etabliert.

Maastricht, dessen Ruf immer noch von dem 1992 hier ratifizierten Vertrag zur Europäischen Union profitiert, könnte mit all dem zufrieden sein. Doch die Stadt ruht sich nicht selbstgefällig aus: Nur wenige Schritte vom Zentrum entfernt führt eine elegante neue Fußgängerbrücke über die Maas in das Viertel „Ceramique“. Wie der Name schon andeutet, waren hier einst Produktionsstätten der Keramikindustrie beheimatet. Mittlerweile jedoch ist das Areal so etwas wie das Yuppie-Viertel der Stadt. Optischer Dreh-und Angelpunkt der Stadt ist hingegen das Bonnefanten-Museum, das 1995 vom italienischen Star-Architekten Aldo Rossi fertiggestellt wurde. Es beherbergt sowohl niederländische Meister als auch zeitgenössische Kunst und ist eine weithin sichtbare Landmarke.

Optionen satt also, um jener Zeitlinie entgegenzusteuern, an der sich die heimische Bevölkerung in zwei Gruppen aufspaltet. Für Besucher aber gilt selbstverständlich: Erst einen Vlaai in Sicherheit bringen. Und dann in einen Korbstuhl fallen.

Informationen:

Auskünfte zu einem Maastricht-Besuch gibt das Fremdenverkehrsamt VVV auf seinen umfangreichen deutschsprachigen Internetseiten und am Ort in Het Dinghuis, Kleine Staat 1. Es liegen Broschüren auf Deutsch aus.

Besonders gemütlich ist es in Maastricht an Samstagen. Die Geschäfte sind dienstags, mittwochs und freitags von 9 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags von 9 bis 21 Uhr, samstags von 9 bis 17 Uhr (manche bis 18 Uhr) und montags von 13 bis 18 Uhr. An jedem ersten Sonntag haben die Läden zudem von 12 bis 17 Uhr auf. Freitags findet von 8 bis 13 Uhr ein großer Warenmarkt auf dem Marktplatz statt, täglich ein kleinerer Lebensmittelmarkt an selber Stelle.

Parken kann man zum Beispiel an der Maas unter der John-F.-Kennedy-Brücke, über die man bei der Anreise kommt. Ganztagestickets kosten fünf Euro, der Fußweg in die City beträgt zehn Minuten.

Das Bonnefantenmuseum ist täglich außer montags. von 11 bis 17 Uhr geöffnet (Avenue Céramique 250, Eintritt: 7,50 Euro), für das Niederländische Architekturinstitut (Avenue Céramique 226) gelten dieselben Öffnungszeiten, der Eintritt kostet fünf Euro.

Durch die Grotten am Sint Pietersberg werden in den Sommermonaten täglich Führungen angeboten (stündlich von 11 bis 16 Uhr). Treffpunkt ist das nahe gelegene Chalet Bergrust (Luikerweg 71). Die Teilnahme kostet 4,25 Euro für Erwachsene und 3,25 Euro für Kinder. Der Besuch kann auch mit einer Schiffstour auf der Maas kombiniert werden (10,45/7,15 Euro). In den Grotten herrscht dauerhaft eine Temperatur von neun bis zehn Grad, daher sollte an passende Kleidung gedacht werden.

Weingut Apostelhoeve Besuch auf Anfrage per E-Mail oder Telefon bei der Familie Hulst (Susserweg 201, 6213 NE Maastricht, [TEL] 0031/ 43/343 22 64). Weingut Hoeve Nekum (Nekummerweg 31, 6212 NK Maastricht, [TEL] 0031/43/ 321 51785).

GASTRONOMIE:

Frühstück: Bei Simply Bread gibt es Bio-Sandwiches, Low-Fat-Ciabatta und Smoothies (Stationsstraat 36, 0031/43/325 99 29)

Abends: Restaurant O , trendiges Fischrestaurant im Viertel Wijck (Rechtstraat 76, [TEL] 0031/43/ 325 97 47, Reservierung nötig).

Beluga Nxt Door (Koestraat 2-6) ist das hippe Zweitrestaurant des vornehmen Zweisternerestaurants Beluga.

www.vvv-maastricht.eu

www.bisschopsmolen.nl

www.bonnefanten.nl

www.naimaastricht.nl

www.apostelhoeve.nl

www.hoevenekum.nl

Die Geschichte ist in ähnlicher Form zuerst im Kölner Stadt-Anzeiger erschienen:

www.ksta.de

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Romantisches Rovinj: Olivenölbarone und Trüffel-könige

Wäre ich Reiseredakteur, würde ich das hier als "malerisch" oder "pittoresk" bezecihnen.
Wäre ich Reiseredakteur, würde ich das hier als „malerisch“ oder „pittoresk“ bezeichnen.

Istrien gegen Italien

Vor rund zehn Jahren machte ein Kroate auf sich aufmerksam, dessen Name kaum italienischer klingen könnte: Giankarlo Zigante. Mit Hilfe seiner Hündin Diana, so geht die Legende, hatte der Gastronom eine Weißtrüffel gefunden, die mit einem Gewicht von 1310 Gramm bis heute als größte ihrer Art gilt. Vor seinem Restaurant im nordkroatischen Istrien erinnert

Die Batana-Boote werden ausschließlich in Rovinj gebaut - ihre Entwicklung geht auf die venezianische Besatzung zurück
Die Batana-Boote werden ausschließlich in Rovinj gebaut – ihre Entwicklung geht auf die venezianische Besatzung zurück

eine Bronze an den stattlichen Edelpilz, der es als „Milleniumtrüffel“ ins Guinness-Buch der Rekorde gebracht. Dies wäre wohl nicht viel mehr als eine kleine Episode aus dem Gourmet-Universum, wenn nicht schon seit Langem gemunkelt

Trüffel ohne Ende sind das Markenzeichen des Restaurant Zigante
Trüffel ohne Ende sind das Markenzeichen des Restaurant Zigante

würde, dass die istrischen Trüffeln in großen Mengen nach Norditalien geschmuggelt werden, von wo aus sie als kostbare Alba-Trüffel ihren Weg auf die Weltmärkte finden. Nur allzu gut scheinen die Pilzgewächse rund um Livade zu gedeihen, wo ihnen Eichenwälder und sumpfige Böden ideale Wachstumsbedingungen bieten.

Manufaktur für Slowfood-Zubehör

Der geschäftstüchtige Zigante hat mit Export und Etikettenschwindel gebrochen. Im Örtchen Livade etwa 50 Kilometer nordöstlich von Rovinj hat er stattdessen

...im Westen wird sie untergehen
…im Westen wird sie untergehen

aus seinem Fund Kapital geschlagen. Er hat viel Liebe in sein Restaurant gesteckt, bis es 2005 zum Besten des ganzen Landes gekürt wurde. In unweiter Entfernung hat er eine kleine Manufaktur eröffnet, wo er aus Trüffeln Saucen und Pasten produziert. Und diese wiederum sind im Geschenkshop des Restaurants gemeinsam mit allerlei Slowfood-Zubehör erhältlich.

Auch die Yachten aber müssen sich nicht verstecken
Auch die Yachten aber müssen sich nicht verstecken

Trüffeln aber sind nicht das einziges Aushängeschild des neuen kulinarischen Selbstbewusstseins Kroatiens – auch wenn den anderen Hauptdarstellern das Glück weniger offensichtlich in den Schoß gefallen ist als Zigante. In Vodnjan, eine halbe Stunde südöstlich von Rovinj hoch über der Adria gelegen, lädt Chiavalon Sandi zur Ölverkostung.

Aufnahme in die Olivenöl-Bibel

Der schüchterne 30-Jährige hat um die Jahrtausendwende als Hobby mit Anbau und Kultivierung von Ölbäumen begonnen.

Die Gebäude entbehren nicht einer gewissen Grandezza
Die Gebäude entbehren nicht einer gewissen Grandezz

Mittlerweile besitzt er 1100 eigene Bäume, die auf den Anhöhen vorzüglich gedeihen.  Außerdem kauft er die Erträge von 4500 Bäumen hinzu. Nach einigen Experimenten hat er aus sechs verschiedenen Olivensorten eine Cuvée kreiert, die nicht nur seinen persönlichen Ansprüchen genügt: Die italienische Olivenöl-Bibel „L’Extravirgine“ würdigt seine Anstrengungen mit der Vergabe von 94 von 100 Punkten.

Der Olivenölbaron Chiavalon Sandi
Der Olivenölbaron Chiavalon Sandi

In der Degustations-Lounge reicht der Autodidakt seine Produkte in sorgsam ausgesuchten Schwenkern. „Die Öle“, erläutert er, „müssen leicht kratzen, wenn sie im Rachen kreisen. Dann sind die am besten“. Nur von ein paar Bissen Brot neutralisiert, reicht Sandi verschiedene Erzeugnisse. Sie alle eint das Aroma von frisch gemähtem Heu.

Auch der Weinbau genießt auf der Halbinsel nahe der Stadt Triest Tradition. Während des Kommunismus beschränkten sich die Weinbauern auf unspektakuläre Massenware. Gut zwei Jahrzehnte nach dem Zerfall Jugoslawiens jedoch haben sich die Winzer weitgehend von der mittelmäßigen Vergangenheit emanzipiert. Gute Ergebnisse werden vor allem mit der heimischen Rebsorte Malvazija erzielt.

Auch Ivica Matosevic setzt auf die weiße Traube. Der Enddreißiger hat gleichfalls als Hobby mit der Weinproduktion begonnen. In Kruncici am Ende des Lim-Fords, der sich bei Rovinj auf sehenswerte Weise ins Hinterland gräbt, besitzt Matosevic mittlerweile eine stattliche Kellerei. Nicht ohne Sinn für Ironie hat er seinen Trinkwein „Alba“ betitelt. Der Tropfen überzeugt mit mineralischen Tönen, ausgewogener Säure und angenehmen Limonenaromen. Ein schöner Sommerwein. Die zum Teil in Akazienfässern ausgebauten Spitzenweine des Hauses allerdings sind gewöhnungsbedürftig. Doch Irrwege gehören nun einmal zum kulinarischen Selbstfindungsprozess.

Neobarocke Experimente

Experimentierfreudig präsentiert sich neuerdings auch die heimische Hotellerie. Unweit des venezianisch geprägten Rovinj etwa wurde im Frühjahr 2009 das erste Fünfsternehotel

Wer enge Gassen liebt, ist i Rovinj richtig aufgehoben. Die Häuser allerdings sehen nur alt und verfallen aus...
Wer enge Gassen liebt, ist i Rovinj richtig aufgehoben. Die Häuser allerdings sehen nur alt und verfallen aus…

Istriens eröffnet. Die Einrichtung der Zimmer im „Monte Mulini“ ist neobarock angehaucht. Der Blick hinaus geht auf eine bewaldete Halbinsel und das opalfarben schimmernde Meer.

Das Flaggschiff der kleinen einheimischen Kette „Maistra“ gibt sich ebenfalls kulinarisch ambitioniert.  Küchenchef Tomislav Gretic bürgt dafür, dass Kroatien die Zubereitung avancierter Gaumenfreuden nicht mehr kampflos den Italienern überlässt. Der Mann mit der kräftigen Statur, mittellangen Locken und Kinnbärtchen sieht aus wie der Gitarrist einer Metal-Band. Im Restaurant „Wine Vault“ aber zeugen sein Sepia-Rissotto oder der Petersfisch mit gerösteter Petersilie und Schaum vom Spinat von viel Feingefühl. Ein Warnruf an die Gastronomen auf der anderen Seite der Adria.

...in Wahrheit liegen die Immobilienpreise über denen von München
…in Wahrheit liegen die Immobilienpreise über denen von München

Später am Abend schaukeln im Hafen von Rovinj unter Vollmond die ortstypischen Batana-Boote im Wasser. Die Altstadt, in deren Mitte ein venezianischer Campanile in den Himmel ragt, befindet sich auf einer Halbinsel, die dem Festland vorgelagert ist. Trotz horrender Immobilienpreise aber ist hier alles noch weitgehend so wie vor Jahrhunderten: Enge Gassen, schiefe Häuser und Fischrestaurants traditioneller Ausprägung.

Eines davon ist das „Konoba Lampo“, das nur von einem Mäuerchen getrennt direkt am Wasser liegt. Nach einigen neugierigen Fragen über den Auftrieb, der in Istrien allerorten zu verspüren ist, kommt hier das Gespräch abermals auf Giankarlo Zigante. Bei einem Pelinkovac, einem Kräuterschnaps aus einfachem Wein, erinnert sich Graziella Radic an den umtriebigen Trüffelgastronom. Es sei ein offenes Geheimnis, sagt sie, dass dieser die Milleniumstrüffel keineswegs selber gefunden habe. Zigante habe nur am  schnellsten geschaltet und dem Finder einen gehörigen Betrag für die knorrige Knolle geboten. Doch böse sei ihm niemand wegen des Kunstgriffs, den Zigante natürlich abstreitet.  Schließlich hat er den Beweis erbracht, dass sich auch in Istrien Existenzen auf lukullischen Freuden aufbauen lassen.

Informationen:

Istrien ist in der Saison von Anfang April bis Ende Oktober per Flugzeug über die kleinen Flughäfen von Pula oder Rijaka erreichbar. Das ganze Jahr über bildet der Flughafen Triest eine Alternative. In diesem Fall muss auch ein schmaler Streifen von Slowenien durchquert werden. Am schönsten sind die Monate Mai und Juni sowie September und Oktober.

Der weiße Alba-Trüffel wird von September bis Dezember gesucht. Er gilt als teuerste Sorte. Der schwarze Sommertrüffel gedeiht von Mai bis September und ist aufgrund des milderen Aromas weniger kostbar.

Restaurant Zigante, Livade 7, Livade, Kroatien (www.zigantetartufi.com)

Hotel Monte Mulini, 52210 Rovinj. (www.montemulinihotel.com)

Weinbauer Matosevic, HR 52448 Sv. Lovrec. (www.matosevic.com)

Olivenöldegustation: Chiavalon Sandi, Vodnjan (zurzeit keine Internet-Adresse)

Weitere Informationen:

www.croatia.hr

Die Reise wurde vom Hotel Monte Mulini unterstützt.