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Sehnsucht nach den Big Five: Auf Safari im Selous Park (Teil 2)

The Green Hills of Africa - wer sagte das noch?

The Green Hills of Africa – wer sagte das noch?

Nach dem Frühstück brechen wir mit unserem Guide Magire und dem Fahrer Zuberi im Geländewagen zum Eingang des Selous Parcs auf. Wenig deutet in dem kleinen Besucherzentrum darauf hin,dass es sich bei dem nach dem britischen Großwildjäger Frederick Courteney Selous benannten Wildreservat um das größte Wildschutzgebiet Afrikas handelt, ein Areal, das fast zweimal so groß wie die Schweiz ist und das aufgrund seiner Artenvielfalt 1982 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt wurde.

Nach der Wassersafari folgt jetzt der Ausflug im Jeep

Nach der Wassersafari folgt jetzt der Ausflug im Jeep

Wir sind überrascht, wie ruhig es an diesem Sommermorgen ist, es scheinen kaum Touristen unterwegs zu sein – und auch später werden wir nur wenigen anderen Safarigästen begegnen, was uns das Gefühl gibt, die beeindruckende Natur und ihre Tierwelt exklusiv für uns zu haben.

Tourismus spielt kaum eine Rolle im größten Wildreservat Afrikas

Tourismus spielt kaum eine Rolle im größten Wildreservat Afrikas – und das liegt nicht an grimmigen Gesichtern

Tatsächlich macht Tourismus hier im Süden Tansanias der Big Five nur einen kleinen Teil der Wirtschaftskraft aus. Die Haupteinnahmen des Selous Parcs stammen aus Jagdkonzessionen. Allerdings will man die Jagd eindämmen und die Schutzzone des Areals erhöhen, wie Magire berichtet.

Zur Begrüßung wartet einschlägig bekanntes Federvieh

Zur Begrüßung wartet bei der Safari im Selous Park einschlägig bekanntes Federvieh

Anfangs müssen sich die Augen an die neue Motivlage gewöhnen: als Magire schon die erste Giraffe erspäht hat, suchen wir noch die Büsche ab. Doch plötzlich guckt ein gefleckter Kopf mit langen Wimpern keck über den Baumwipfel – vollkommen beglückt, lachen wir laut auf, und die Giraffe sucht das Weite.

Koketter Blick aus luftiger Höhe

Koketter Blick aus luftiger Höhe

Close-up mit Blickkontakt

Highlight der Safari im Selous Park: Close-up mit Blickkontakt

Es wird nicht das einzige Mal in den nächsten Stunden sein, dass wir entweder vor Freude lachen oder ergriffen schweigen. Wir gackern, als vor uns eine Impala posiert, die leider einen ziemlich dämlichen Grasschmuck ums Horn drapiert hat.

Bad hair day? Nicht jede Impala kommt gleichmäßig erhaben daher

Bad hair day? Nicht jede Impala kommt gleichmäßig erhaben daher

Oder als uns Magire den Swahili-Namen für ein Gnu verrät: „Wildy Beasty“. Staunen, als wir Antilopen miteinander kämpfen sehen. Und wir schweigen, als wir Aasgeier beobachten, die sich über eine Giraffe hermachen.

Pretty ugly: Ein "Wildy Beasty" a.k.a. Gnu

Auch Häßliches kommt bei der Safari im Selous Park vor die Linse: Ein „Wildy Beasty“ a.k.a. ein Gnu

Endgültig aber verschlägt es uns die Sprache, als wir in einem Busch nahe des Tagalala-Sees zwei ausgewachsene Löwen sehen – träge liegen sie im Schatten und scheinen uns keines Blickes zu würdigen. Auch Magire und Zuberi scheinen beeindruckt, nicht alle Tage gelingt es offenbar, so dicht an das königliche Tier heranzukommen.

Tiefenentspannung im Schatten: Die Königin der Tiere

Tiefenentspannung im Schatten: Die Königin der Tiere

Angesichts dieses Erlebnisses schaue ich mehrfach über die Schulter, als wir zum Lunch aussteigen und unsere Begleiter beginnen, nur unweit des Löwen-Lagers einen Tisch für unseren Lunch einzudecken.

Auch der Herr Gemahl macht keinen gestressten Eindruck

Auch der Herr Gemahl macht keinen gestressten Eindruck

Dennoch ist das Naturreservat kein Terrain für Pazifismus

Dennoch ist das Naturreservat kein Terrain für Pazifismus

Magire grinst, als ich zaghaft die Sicherheitslage erörtern möchte: „Die Löwen haben doch schon gegessen, jetzt sind wir dran!“ Und tatsächlich steht kurz darauf warme Pasta auf dem Tisch, als Dessert gibt’s Minibananen und die beiden Damen fühlen sich ein wenig wie Meryl Streep in „Jenseits von Afrika“, wie sie da so mitten in der afrikanischen Landschaft sitzen und tafeln.

Artenreichtum? Ja, Artenreichtum

Artenreichtum? Ja, Artenreichtum. Und zwar in verschiedenen Musterungen

Picknick unter freiem Himmel: Die Autorin und ihre mitreisende Mama

Picknick unter freiem Himmel: Die Autorin und ihre mitreisende Mama

Erhloung für die Augen: Endlich ist mal kein Tier zu sehen. Oder?

Erhloung für die Augen: Endlich ist mal kein Tier zu sehen. Oder?

Doch bald schon geht die Reizüberflutung weiter. Diesmal in Form von Springböcken

Doch bald schon geht die Reizüberflutung weiter. Diesmal in Form von Springböcken

Als wir am Nachmittag zurück in die Jimbiza Lodge kehren, werden wir noch jede Menge Zebras, Kudus, Flusspferde und Paviane gesehen haben. Nur die Elefanten, von denen es im Selous immerhin rund 13.000 geben soll, haben sich wohl vor uns versteckt.

Ein kundiger Begleiter: Guide Magire und eine sichtlich amüsierte Autorin

Ein kundiger Begleiter: Guide Magire und eine sichtlich amüsierte Autorin

Baldige Rückkehr geplant: Sonnenuntergang im Selous

Baldige Rückkehr geplant: Sonnenuntergang im Selous

Komfortable Rückreise: Mit der Propellermaschine geht es zurück nach Daressalam

Komfortable Rückreise: Mit der Propellermaschine geht es zurück nach Daressalam

Ein Grund mehr, bald wiederzukehren. Das beschließen wir, als wir am nächsten Morgen mit einer Cessna von der Sandpiste nahe unseres Camps abheben und über den Rufiji Fluss in Richtung Daressalam fliegen. Nachdem uns Zuberi verabschiedet und „Safari njema“ gewünscht hat: eine gute Reise.

Fahrer Zuberi wünscht eine "Safari njema" als eine gute Heimreise

Fahrer Zuberi wünscht eine „Safari njema“ – also eine gute Heimreise

Informationen:

Das Festland von Tansania ist von Deutschland aus zurzeit nur mit einem Zwischenstopp erreichbar, zum Beispiel mit Ethiopean oder Swiss (beides Lufthansa-Codeshare). Die Safari im Selous Park kann vorab im Internet gebucht werden – die Variante, die wir gewählt haben, kostet ungefähr 500 Euro.

whc.unesco.org/en/list/199

jimbizaselous.com

 Text und Bilder: Alexandra Klaus. Die Autorin war privat in Tansania.

Gute Haltungsnoten: Ein Kingfisher beim Yoga

Gute Haltungsnoten: Ein Kingfisher beim Yoga

 

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