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Paddeln in Miami: Key Biscayne Eco Adventure

Zwei Naturführerinnen im Kanu mit Blick auf Miami und die Mangroven

Foto: Ralf Johnen

Vor 100 Jahren war Miami nicht viel mehr als ein Fischerdorf. Seitdem wurde die Natur zwischen Atlantik und Everglades konsequent zurückgedrängt. In den vielen County, State oder National Parks konnte sie ihr ursprüngliches Gesicht bewahren. Auch auf Key Biscayne können sich Besucher auf ein kleines Abenteuer freuen – mit einer erstaunlichen Pointe.

Zwei Kanus unter Palmen am Strand von Key Biscayne in Florida

Foto: Ralf Johnen

Key Biscayne ist ein ziemlich glamouröser Wohnort im Südosten von Florida. Der Name ist vor allem Tennisfans geläufig, weil dort von 1985 bis 2018 ein renommiertes ATP-Turnier ausgetragen wurde. Die Insel ist über eine Brücke an die Innenstadt von Miami angebunden, mit langen Sandstränden ausgestattet und ihre Fläche wird zu rund zwei Dritteln von geschützten Grünflächen eingenommen. Eine Expansion der Wohnviertel ist daher nicht möglich.

Strandhütte für Bademeister auf Key Biscayne

Foto: Ralf Johnen

Eintrittsgeld für Key Biscayne

Dank dieser exklusiven Vorzüge sind die Immobilienpreise auf Key Biscayne die höchsten im ohnehin nicht ganz billigen Großraum Miami. Sängerin Cher und der Schauspieler Andy Garcia gehören zu den prominenten Einwohnern, doch glaubt man der Boulevardpresse, so befinden sich unter den rund 12 000 Einwohnern noch sehr viel mehr Zelebritäten.

Ein Paddel vor der Skyline von Miami mit viel Wasser

Foto: Ralf Johnen

Der elitäre Charakter der Insel wird durch ein Eintrittsgeld verstärkt: wer über den Rickenbacker Causeway mit dem Auto anreist, muss drei Dollar berappen, die offiziell als Mautgebühr deklariert sind. Die Investition lohnt sich natürlich für all jene, die einen distanzierten Blick auf das Leben der Reichen, Schönen und Erfolgreichen werfen möchten.

Eine Frau zeigt aus einen Kanu auf die Wolkenkratzer von Miami

Foto: Ralf Johnen

Ein Revier für Taucher und Schnorchler

Viel schöner aber ist ein Erlebnis, das in dieser Form einmalig ist: Im Crandon Park befindet sich das Biscayne Nature Center, das sich auf informative Weise mit der örtlichen Flora und Fauna befasst. Es hat sich dem Erhalt dessen verschrieben, was von der einzigartigen Natur übrig ist, und es wird ohne Profitgedanken vom Miami Dade County betrieben.

Paddeln durch einen Mangroventunnel in Südostflorida

Foto: Ralf Johnen

Über die Natur gibt es an diesem Flecken Erde einiges zu erzählen. So beginnt unmittelbar südlich Key Biscayne der Biscayne National Park, der sich bis vor die Küstengewässer von Key Largo erstreckt. Anders als bei den Parks im amerikanischen Westen oder auch den Everglades, handelt es sich im Südosten Floridas nicht um offensichtlich spektakuläre Landschaften, sondern um kostbare Unterwasserlebensräume. Glasklares Wasser, fischreiche Korallenriffs und eine fragile Inselkette sind die Attraktionen, die überwiegend von Tauchern und Schnorchlern aufgesucht werden.

Eine Naturführerin zeigt die Frucht einer Mangrove in Südflorida

Foto: Ralf Johnen

Mangroven sind allgegenwärtig beim Paddeln in Miami

Die auf Key Biscayne startende Kajaktour aber hat ein anderes Ziel. In Begleitung zweier Guides schieben die Teilnehmer ihre Boote ins Wasser, um auf dem Atlantik in Richtung Norden zu paddeln. Das geht in der Regel geschmeidig, weil die Wellen nicht allzu hoch sind. Und nicht erschrecken, falls die Guides auf die Silhouette eines Meeresbewohners deuten, um »Look, a shark!« zu rufen. Die Tiere sind in Südflorida allgegenwärtig.

Paddeln in Miami mit Blick auf die Skyline

Foto: Ralf Johnen

Nach gut einer halben Stunde intensiven Paddelns in überschaubarer Entfernung zum Strand macht die Küstenlinie einen Schwenk landeinwärts. Die Kajaks nähern sich dem Ufer, wo auf mehreren Hundert Metern Mangroven erhalten sind. Fast die gesamte Küste Floridas wurde früher von den knorrigen Gewächsen vor Fluten geschützt. Ein schöner Anblick, der bald darauf eine neue Dimension gewinnt: hinter den Mangroven nämlich baut sich die Skyline Miamis auf.

Der Anblick ist gewaltig – auch weil der Kontrast zwischen der Lebenswelt der Vergangenheit und dem Miami der Gegenwart nicht größer sein könnte. Davon ganz abgesehen, lernen die Teilnehmer der Tour unterwegs eine Menge. Nicht zuletzt, dass die im Hafen von Miami angebotenen Speedboat-Touren pures Gift für die Natur sind.

Strandpavillon auf Key Biscayne vor Miami mit Adirondack Chairs

Foto: Ralf Johnen

Informationen zum Paddeln in Miami

Crandon Park Nature Center: 6747 Crandon Boulevard, Key Biscayne, Tel. 305 361 6767 Anschluss 112

Lage: 20 km südlich von Miami Bach

Anfahrt: Über Downtown Miami zum Rickenbacker Causerway, der über Virginia Key nach Key Biscayne führt.

Öffnungszeiten: tgl. 9–16 Uhr, Touren zu wechselnden Zeiten je nach Nachfrage

Eintritt: 30 USD pro Person, eine Besonderheit: das ansonsten allgegenwärtige Trinkgeld für die Guides entfällt, weil diese für die Stadt arbeiten.

Allgemein: Die Kanustrecke beträgt etwa 5 km, der Ausflug dauert rund 2,5 Stunden. Die Online-Buchung ist recht kompliziert, davon sollte man sich nicht entmutigen lassen, notfalls anrufen und nachfragen.

Der Besuch der Mangroven lässt sich gut mit dem Bill Baggs Cape State Park (Eintritt 8 USD pro Fahrzeug) verbinden, der er sich am Südzipfel von Key Biscayne befindet. Hier steht mit dem Cape Florida Lighthouse ein über 200 Jahre alter Leuchtturm, dessen Besuch im Eintrittsgeld inbegriffen ist (Touren um 10 u. 13 Uhr, Di und Mi geschlossen).

Webseiten über Key Biscayne und Umgebung

Die Internetauftritte des Key Biscayne National Park  und der Florida State Parks sind informativ und liebevoll gemacht. Das gilt auch für die Webseiten von Visit Miami und Visit Florida.

 

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