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Boot in Amsterdam mieten: ein Selbstversuch

Das Amstel Hotel in Amsterdam an Bord eines Mokumboot

Es ist Ende August. Wir entnehmen dem Wetterbericht, dass die Hochdruckwetterlage stabil ist. Schön, denn am Wochenende kommen uns Freude besuchen. Was also liegt näher, als ein Boot in Amsterdam zu mieten oder anderweitig auf dem Wasser unterwegs zu sein.

Eigenes Boot mieten in Amsterdam unterwegs auf der Prinsengracht

Foto: Ralf Johnen

Früher konnte das ganz schön kompliziert sein. Doch gegenwärtig können wir in Amsterdam online eine Schaluppe anmieten, die es für die Dauer von drei Stunden tut. Also begeben wir uns rechtzeitig zum Westerpark, um bei Mokumboot unser Gefährt in Empfang zu nehmen.

Eigenes Catering, kein Führerschein

Im Gepäck haben wir nur eine leichte Jacke und bootskompatibles Catering niederländischer Prägung. Ein paar Heringe mit eingelegten Gurken und Zwiebeln, ein bisschen Aal, mittelalten Käse (am liebsten Stolwijker) und ein bisschen Brot. Dazu ein paar Flaschen Schreckenskammer Kölsch, die der Besuch aus der alten Heimat mitgebracht hat. Und nicht zuletzt für die Zeit nach dem ersten Durst gut gekühlten Riesling.

Brückenwächterhäuschen an der Amstel in Amsterdam mit Mokumboot

Foto: Ralf Johnen

Die Übergabe ist formlos. Wir hinterlassen eine Kreditkarte, erhalten dafür ein paar Sitzkissen und eine Karte – und schon gehen wir an Deck. Einen Führerschein benötigt in den Niederlanden kein Hobbykapitän, solange sein Wasserfahrzeug nicht länger als 15 Meter ist.

Obacht an den Kreuzungen

Die erste Herausforderung wartet bereits nach 30 Sekunden. Um vom Westerpark in den Grachtengürtel zu gelangen, müssen wir unter einer sehr niedrigen Ziehbrücke hindurch. Fast in der Horizontale liegend gelingt die Unterquerung mühelos. Schwieriger wird die Einfahrt in den Westerkanaal, auf dem ausgewachsene Binnenschiffe unterwegs sind. Doch mit gebotener Umsicht gelingt auch das.

Salonboot auf dem Amsterdamer Grachtengürtel

Foto: Ralf Johnen

Die eingeschweißte Karte weist verschiedene Wege durch den Grachtengürtel aus. Diese sind an die mögliche Mietdauer von zwei, drei oder vier Stunden gekoppelt. Dabei gilt es zu beachten, dass einige Wasserstraßen nur in eine Richtung befahren werden dürfen. Das gilt vor allem für die wohl schönste aller Amsterdamer Grachten: die Prinsengracht.

Gedrosselter Elektromotor

Davon abgesehen geht es unterwegs sehr entspannt zu: Der Verkehr ist zwar dicht. Doch trotz ausgelassener Stimmung, die nicht selten an einen Junggesellenabschied erinnert, geht es überwiegend gesittet zu. Auffälligste Ausnahme sind zwei lärmige Damen osteuropäischer Provenienz, die hilflos umhertreiben und manche Kollision provozieren. Zum Glück sind auch sie mit einem Flüsterboot unterwegs, dessen Elektromotor es auf mehr als 6 Stundenkilometer bringt.

Stand-up-Paddler auf der Amstel in Amsterdam

Foto: Ralf Johnen

Heikel ist allein eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr, die bei einer Fahrtdauer von drei Stunden zwangsläufig einen Sanitärstopp erfordert. Hierfür eignet sich zum Beispiel der Biergarten Hanneke’s Boom, wo du zugleich eine Pizza ordern kannst.

Eigenes Boot in Amsterdam mieten: neun von zehn Punkten

Unter dem Strich bleibt der Ausflug ein sehr gelungenes Erlebnis und zugleich die perfekte Art, die Stadt zu erkunden. Ab drei Personen ist auch der Preis zu verkraften. Für diese Art, ein Boot in Amsterdam zu mieten, gibt es von mir 9 von 10 Punkten.

Kanutour auf den Amsterdamer Kanälen mit Hausbooten

Foto: Ralf Johnen

Informationen zur Bootsmiete in Amsterdam

Mokumboot hat fünf Locations, wo du die Boote vorab reservieren kannst. Preis: 95 Euro für zwei Stunden, 120 Euro für drei Stunden, 150 Euro für drei Stunden. Die Schaluppen werden von einem Elektromotor angetrieben. An Bord des Mietbootes können maximal 8 Personen. Bei der Konkurrenz von Boaty kosten ähnliche Gefährte zwischen 79 und 105 Euro. Die Fahrzeuge sind ebenso gut und können gegebenenfalls sogar mit Dach gebucht werden. Dafür ist die Lage am Hotel Okura im Viertel De Pijp weniger zentral.

Ralf Johnen, April 2021.

Autor Ralf Johnen zapft Bier aus einem Pittermännchen Früh Kölsch auf dem Amsterdamer Grachtengürtel

Foto: Ralf Johnen

 

 

 

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