Zermatt im Sommer ist ein herrliches Ziel für zwei oder drei Nächte. Das Matterhorn Glacier Paradise und eine Übernachtung auf dem Gornergrat sind und bleiben besondere Erlebnisse. Frische Bergluft und eine mondäne Aura leisten ihren eigenen Beitrag zum gelungenen Aufenthalt im Wallis.

Verschnaufpause mit der Lokomotive der Matterhorn Gotthard Bahn als Stütze
48 Stunden in Zermatt: Tag 1

Straßenszene aus dem sommerlichen Zermatt
17 Uhr: Ankunft mit dem Glacier Express in Zermatt
Nach der Fahrt mit dem Glacier Express laufen wir vergnügt zu unserer Unterkunft. Vorbei an teuren Boutiquen und mit Toblerone bewaffneten Matterhorn-Touristen aus aller Welt erreichen wir gegen 17 Uhr das Hotel Pollux.

Glamour aus den Anfangstagen des Touristen: das Grand Hotel Zermatterhof
17.30 Uhr: Check-in im Hotel Pollux
Das Hotel Pollux erweist sich trotz seiner Lage in der geschäftigen Bahnhofstraße als Glücksfall. Unser Zimmer ist von schlichter Schönheit. Mit seinen holzvertäfelten Wänden verbreitet es alpinen Charme. Das Restaurant Arvenstube, so heißt es, sei noch lange auf.

Beschwerlich ist der Aufstieg: historische Holzstatue eines Wanderers bei Zermatt
18 Uhr: Eine erste Wanderung
Es ist Juni und daher lange hell. Also beschließen wir, eine erste kleine Wanderung zu unternehmen. Auf dem Weg in Richtung Blatten erhaschen wir den ein oder anderen Blick aufs Matterhorn.

Wo soll es hingehen? Das Angebot bei Zermatt reicht für Wochen
Doch der Berg erweist dich als divenhaft und hüllt sich vorzugsweise in einen mehr oder weniger dunklen Schleier. Nach 2,5 Kilometern und vielen Höhenmetern drehen wir erschöpft um. Die Anreise aus Chur war lang und der Magen meldet sich.

Einmal Fondue muss ein: das im Hotel Pollux war überraschend gut
20.30 Uhr: Fondue im Restaurant Pinte
Wir hätten angesichts der Lage eher mit einer Touristenfalle gerechnet. Doch die im Pollux gelegene Arvenstube erweist sich als ebenso gemütlich und rustikal, wie die Bedienung herzlich ist. Sie legt uns das »Fondue Chinoise à discrétion« ans Herz. Ein Rat, dem wir trotz des irritierenden Namens folgen. Die üppige Platte kommt mit Reis, Pommes Frites, diversen Saucen und viel Schweizer Fleisch. Schlicht, schmackhaft und reichlich.

Wes Anderson lässt Grüßen: Schatten einer Kabinenbahn vor dem Matterhorn
48 Stunden in Zermatt: Tag 2
10 Uhr: Auf zum Matterhorn Glacier Paradise
Fast ein bisschen nervös laufen wir durch Zermatt zur Talstation des Matterhorn Glacier Paradise. Wir fahren schließlich zur Erlebniswelt rundum die höchst gelegene Bergstation Europas, die sich um den Gipfel des Klein Matterhorn auf 3883 Metern entfaltet.

Hier ist auch der Sommer winterlich: Skilift in der Matterhorn Glacier World
11.30 Uhr: Ankunft im Matterhorn Glacier Paradise
Die Fahrt in der 2019 neu eröffneten Kabinenbahn ist atemberaubend: Dufourspitze, Breithorn, Gornergrat und Matterhorn – sie alle scheinen zum Greifen nah. Oben angekommen, sind wir nur 500 Meter von der Grenze zu Italien entfernt. Wie paralysiert stapfen wir bei Sonne und Temperaturen etwas unter dem Gefrierpunkt durch den Schnee.

Legende für Jedermann: Das verschneite Breithorn mit Bergwanderern
12.30 Uhr: Blick auf das Breithorn
Nach unbekümmerten Minuten im Schnee begeben wir uns auf die Aussichtplattform. Touristen aus aller Welt posieren vor dem 4164 Meter hohen Breithorn. Dessen vergletscherter Bergkamm ist markant und so breit, dass sich täglich Hunderte Skiwanderer an der Besteigung versuchen.

Frozen: In Einblöcken eingefrorene Rosen in der Matterhorn Glacier World
13.30 Uhr: Der Gletscherpalast des Matterhorn Glacier Paradise
Wir sehen uns im Gletscherpalast um, der 15 Meter unter der Erdoberfläche Einblicke ins ewige Eis gewährt. Tunnel führen durch den Eispanzer, dessen Alter niemand so recht zu bestimmen vermag. Dekorativ in Eisblöcken erstarrte Rosenensembles erfreuen unsere Augen.

Besinnliche Momente: Kreuz in der Matterhorn Glacier World
14.30 Uhr: Abfahrt zur Zwischenstation Furi
Nach kontemplativen Stunden in einer Bergwelt mit 38 Viertausendern und 14 Gletschern fahren wir schweren Herzens zur Zwischenstation Furi ab.

Asiatische Touristen posieren mit Selfiestick vor dem Breithorn
Vorbei an grünen Blumenwiesen nehmen wir die finalen Kilometer zurück nach Zermatt in Angriff. Wir blicken Kühen in die Augen und genießen die Wärme. Welch ein Kontrast.

Mann blickt durch ein Bullauge auf die Bergwelt der Matterhorn Glacier World
18.30 Uhr: Mit der letzten Bergbahn zum Gornergrat
Wie kann man einen Tag im Matterhorn Glacier Paradise noch toppen? Mit der Fahrt auf den Gornergrat! Dieser Berg bietet einen unverstellten Blick auf den vielleicht formschönsten Gipfel der Alpen. Und mit dem 3100 Kulmhotel Gornergrat befindet sich hier ein Domizil, das eine stilvolle Übernachtung in luftigen Höhen gestattet.

Vollkommene Stille: Blick auf das Kulmhotel auf dem Gornergrat mit dem Matterhorn dahinter
19.15 Uhr: Check-in im 3100 Kulmhotel Gornergrat
Die Gornergratbahn ist eine Legende. Schon seit 1898 führt die Zahnradbahn mit einer Spurbreite von 1000 Millimetern hinauf in eine Höhe von 3089 Metern. Eine Pionierleistung in der Gründerzeit des Tourismus. Nach 30 Minuten, in denen das Matterhorn immer wieder unseren Blick auf sich zieht, sind wir oben. Wir können unser Zimmer im höchstgelegenen Hotel der Schweiz beziehen.

Abendessen im Kulmhotel auf dem Gornergrat: Burrata mit Foccacia
19.45 Uhr: Abendessen im 3100 Kulmhotel Gornergrat
Wir nehmen rechtzeitig zur letzten Schicht im Glacier Alpine Kitchen Restaurant Platz. Highlights des köstlichen Viergangmenüs sind die Burrata mit Focaccia und die Karottensuppe mit Bergkräutern. Doch auch das Schweinefilet und die Pannacotta kommen dem Himmel nahe.

Unvergesslich: Der Blick vom Gornergrat aufs abendliche Alpenpanorama
21.30 Uhr: Einsamer Spaziergang mit Matterhornblick
Nach dem Essen streunen wir mit dem letzten Licht auf dem Gornergrat umher. Immer wieder haben wir an diesem Tag das Matterhorn gesehen. Doch der Berg bleibt unverändert spannend. Sei es wegen der Wolken, die den Anblick des Gipfels nur in ausgesuchten Momenten preisgeben. Oder vielleicht doch wegen des Alpenglühens, das von Minute zu Minute wechselnde Nuancen zeigt. Wir genießen den Schnee, der unter unseren Füßen knirscht. Wir atmen eiskalte Bergluft. Und wir denken uns: Was für ein Leben!

Nur selten zeigt sich das Matterhorn ohne Wolkenschleier
48 Stunden in Zermatt: Tag 3
10 Uhr: Gipfelglück mit Frühstück
Schon früh stehen wir auf, um uns in den Schattierungen des Morgenlichtes wieder dem Matterhorn zu widmen. Doch danach legen wir uns nochmal hin. Das Frühstück genießen wir abermals erst kurz vor Büffetschluss.

Die Schienen der Zahnradbahn am Gornergrat mit Bergpanorama
11 Uhr: Wanderung auf dem Gornergrat
Bei der Buchung hatten wir eigentlich darauf gehofft, die Fünfseenroute rundum den Berg gehen zu können. Doch Mitte Juni liegt in diesem Jahr immer noch viel zu viel Schnee. Also begnügen wir uns mit den Wegen, die hier oben bereits geräumt sind. Anschließend verabschieden wir uns von diesem Berg. Hoffentlich können wir eines Tages zurückkehren.

Grüezi: Rösti mit Spiegelei in einer Berghütte in der Matterhorn Glacier World
13 Uhr: Die besten Rösti von Zermatt?
Die Zeit bis zur Weiterfahrt nach Basel drängt. Daher gehen wir beim Mittagessen keine Experimente ein: Im Restaurant Pinte, das uns beim Aufenthalt im Ort positiv aufgefallen war, bestellen wir eine letzte Portion Rösti mit Spiegelei. Sie runden den Besuch in Zermatt stilgerecht ab.

Ein mal im Leben: Blick aus dem Fenster des Kulmhotel auf dem Gornergrat auf das Matterhorn
Informationen zu den 48 Stunden in Zermatt
Ist Zermatt teuer?
Zermatt gehört allein durch seine Lage in der Schweiz und zu Füßen des Matterhorns zu den exklusiveren Destinationen. Das Bergdorf ist hochpreisig, doch man wird mit einzigartigen Erlebnissen belohnt. Und das ist hier keine Floskel.

Schön war das kleine Abenteuer im sommerlichen Hochgebirge
Wo schlafe ich am besten in Zermatt?
Wir haben im Hotel Pollux genächtigt. Dabei handelt es sich um ein bodenständiges Hotel mit gemütlichen Zimmern und guten Restaurants. Ein Doppelzimmer kostet im Sommer für zwei Nächte ab 570 CHF. Frühstück, Snacks am Nachmittag und am zweiten Abend ein Fondue sind inbegriffen.

Gletscherliebe: Autor Ralf in der Matterhorn Glacier World
Was kostet der Besuch des Matterhorn Glacier Paradise?
Die Preise für den Besuch des Matterhorn Glacier Paradise variieren. Sie sind abhängig von der Jahreszeit und den Aktivitäten vor Ort. Ein Tagespass zur unbeschränkten Nutzung inklusive Gornergratbahn kostet zurzeit 180 CHF. Unsere Tickets für 120 CHF galten nur für das Kleine Matterhorn.
Schlafen im höchstgelegenen Hotel der Schweiz
Eine Übernachtung im 3100 Kulmhotel Gornergrat kostet in den Sommermonaten inklusive Halbpension 575 CHF für zwei Personen. Hinzu kommt der Preis für die Bergbahn zum Gornergrat in Höhe von 96 CHF pro Person. Eine Übernachtung kommt somit auf 767 CHF. Dennoch ist das Haus weit im Voraus ausgebucht.

Rustikal: Restaurant Zum See beim Abstieg vom Furi nach Zermatt
Text und Bilder: Ralf Johnen. Die Recherche zu den 48 Stunden in Zermatt wurde von Zermatt Tourismus unterstützt.





Leave A Reply