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Veere in Zeeland: Stadt mit reicher Historie

Patrizierhäuser in der Innenstadt von Veere

Foto: Ralf Johnen

Im späten 15. Jh. bis zur Hälfte des 16. Jh. war Veere eine bedeutende, reiche Hafenstadt. Im Zentrum erinnern schmucke Patrizierhäuser, ein imposantes Rathaus und eine kolossale Kathedrale an diese goldene Zeit. Heute bestimmt Wassersport und Tourismus das Leben rund um den alten backsteinernen Verteidigungsturm Campveerse Toren.

Rotgelbe Fensterläden in der Innenstadt des niederländischen Veere

Foto: Ralf Johnen

Ein rauschendes Fest. Lange Tafeln im gediegenen Kaminzimmer, mit beidseitigem Blick auf das Veerse Meer. Majestätisch ziehen Schiffe vorbei. So etwa wird es gewesen sein, am 21. Juni 1575. Damals feierten hier die französische Prinzessin Charlotte de Bourbon und Prinz Willem von Oranjen, der spätere König der Niederlande, ihre Hochzeit. Heute sieht es im Restaurant Campveerse Toren noch fast genauso aus.

Blick auf das Hotel Campveerse Toren mit Ausflugsboot

Foto: Ralf Johnen

Der wahrhaft königliche Saal befindet sich in einer über 500 Jahre alten Festung, von einigen Zimmern des Romantikhotels sowie vom Restaurant aus hat man freien Blick auf das Binnengewässer. Das Gemäuer fungierte schon Anno 1440 als Stadtherberge. Und nach den royalen Herrschaften im 16. Jh. folgten noch viele weitere Prominente – Prinz Rainier von Monaco und seine Grazia Patricia dinierten hier beispielsweise am 30. Juni 1958.

Eingang des Hotels Campveerse Toren mit Blumen und Café

Foto: Ralf Johnen

Zentrum des Wassersports

Die hohe Prominentendichte ist nicht das einzig Überraschende an dem kleinen, etwa 5000 Einwohner zählenden und malerisch am Wasser gelegenen Städtchen. Wer vom alten Hafen zum Zentrum bummelt, erkennt rasch, dass Veere vor Jahrhunderten eine reiche, bedeutende Handelsstadt war.

Windmühle mit Bötchen in Veere in der Provinz Zeeland

Foto: Ralf Johnen

Wo heute Rundfahrtboote tuckern, legten einst jeden Tag 50, 60 große Seehandelsschiffe an. Vor allem mit Schottland trieben die Geschäftsleute damals Handel, seit der Herrscher von Veere im Jahre 1444 die Tochter des schottischen Königs heiratete.

Weiße Hängebrücke im Hafen von Veere in Zeeland

Foto: Ralf Johnen

Von den daraufhin einsetzenden Handelsbeziehungen sind am Kai noch die »schottischen Häuser« (Schotse Huizen) erhalten geblieben; die beiden Giebelhäuser mit der Nummer 25 und 27 sind inzwischen als Museum und zu besichtigen. Den Ruhm im Goldenen Zeitalter der Niederlande bilden in Veere heute ebenfalls noch die prunkvollen Patrizierhäuser und opulent gestalteten öffentlichen Gebäuden wie das spätgotische Rathaus am Markptlatz ab.

Margaritten in Veere mit dem Rathausturm im Hintergrund

Foto: Ralf Johnen

Letzteres ist heute zum Teil ein Museum, in dem die reiche Historie der Stadt dargestellt wird. Dabei ist Veere kein Einzelfall, denn auch die niederländischen Hansestädte erlebten ihre Blütezeit schon lange vor dem Goldenen Jahrhundert der Niederlande.

Vom Gotteshaus zum Partyraum

Besonders überraschend aber ist die für eine derart kleine Stadt geradezu überdimensioniert wirkende Kirche. Den Namen »Grote Kerk« (Große Kirche) trägt sie denn auch zurecht. Wer vom hübschen, baumgesäumten Marktplatz mit den diversen – teilweise etwas touristischen – Geschäften, Restaurants und Cafés die Kerkstraat entlang geht, läuft direkt auf das beeindruckende Bauwerk aus dem 15. Jh. zu.

Stadtbild von Veere in der Provinz Zeeland mit alten Häuschen und Bäumen

Foto: Ralf Johnen

Das Gotteshaus hat eine wechselvolle Nutzungsgeschichte hinter sich: nach den Katholiken kamen zunächst die Protestanten; die Kirche diente später aber auch als Krankenhaus, Kaserne, Viehstall, Partyraum und sogar als überdachtes Fußballfeld. Seit den 1970er Jahren hat die Kirche nunmehr eine kulturelle Funktion und wird als große Bühne für Wechselausstellungen mit moderner Kunst und für Konzerte genutzt.

Details eines alten niderländischen Rathauses mit farbigen Fensterläden und alter Laterne

Foto: Ralf Johnen

Tipps zu Veere in Zeeland

Grote Kerk (Onze Lieve Vrouwekerk), wechselnde Öffnungszeiten, Oudestraat 26, Tel. 0118/50 18 29

Bootsrundfahrten auf dem Veerse Meer. Verschiedene Anbieter, z.B. Rondvaart Veere, Mai bis September, tägl. 11-17 Uhr, ab Anleger Campveerse Toren, Tel. 0118/41 93 67

Museum De Schotse Huizen täglich 10-17 Uhr, Kaai 25-27, Tel. 0118/50 17 44

Der Hafen des Städtchens Veere in Zeeland im Rückspiegel des Autos

Foto: Ralf Johnen

Restaurant: Eeterij Suster Anna  ist ein einfaches (Pfannkuchen-)Restaurant am Markt, täglich 11.30 bis 20.30 Uhr, Markt 8, Tel. 0118/501557,

Übernachten: Romantik Hotel Auberge Campveerse Toren, ausgezeichnetes Hotel mit Restaurant (regionale Spezialitäten), Kaai 2, Tel. 0118/50 12 91

Zeilschool Het Veerse Gat: Segelschule mit komfortablen Holzhäuschen am Veerse Meer, etwa zehn Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt, Polredijk 21, Tel. 0118/50 13 98

Weitere Informationen zu Veere in Zeeland

Veere ist von allen Orten in Zeeland leicht zu erreichen. Die Fahrtzeit von Renesse beträgt 30 Minuten, von Domburg aus 20 Minuten.

Auf der Homepage des Tourismusbüros der Provinz Zeeland

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