Die Hoge Veluwe beherbergt viel Natur. Hinzu kommt im Kröller-Müller-Museum die zweitgrößte Van-Gogh-Sammlung des Planeten.

Das Jagdhaus St. Hubertus, das H. P. Berlage für Helene Kröller-Müller gebaut hat
Nationalpark Hoge Veluwe
Üppige Wälder, weitläufige Heide und viel unberührte Natur. Dafür ist in den dicht besiedelten Niederlanden eher wenig Platz. Gut also, dass es Nationalparks gibt. Auch auf der Hoge Veluwe sichert dieser Schutzstatus den Erhalt eines Naherholungsraums. Zwar muss sich zwischen Arnhem, Apeldoorn und Ede niemand auf Wildnis vorzubereiten. Vielmehr hat der Park eine sehr gute Infrastruktur. Dazu gehören auch die »witte fietsen«, eine umfangreiche Flotte kostenloser Leihfahrräder.

Skelett eines Baumes im Nationalpark Hoge Veluwe
Damit kann man unbefangen durch den Park cruisen. Wer Glück hat, sieht von den gut unterhaltenen Radwegen Rotwild. Keine Fortune ist derweil vonnöten, um sich im Nationalpark Hoge Veluwe ausführlich mit dem Werk Vincent van Goghs zu beschäftigen. Im Kröller-Müller-Museum hängt die weltweit zweitgrößte Sammlung mit Werken des womöglich bekanntesten niederländischen Künstlers aller Zeiten. Nur das Van-Gogh-Museum in Amsterdam besitzt noch mehr Bilder. Doch anders als in Amsterdam, ist es im Nationalpark Hoge Veluwe meist ruhig.

Chillen nach der Arbeit im Nationalpark Hoge Veluwe
Das Kröller-Müller-Museum
Du möchtest die Werke der großen Künstler dieses Planeten endlich mal alleine betrachten? In diesem Falle bist du hier richtig: Mitten im Nationalpark gelegen, zeigt das Kröller-Müller-Museum die famose Sammlung der deutschen Sammlerin Helene Kröller-Müller (1869–1939). Prunkstück ist »Die Brücke von Arles« von Vincent van Gogh. Doch das traurige Genie ist mit weiteren 86 Werken hier vertreten.

Selfie mit van Goghs Postmann im Kröller-Müller-Museum
Zur Sammlung gehören auch Werke von Picasso, Renoir oder James Ensor. Daher kann es das Haus mit jedem Museum der Metropolen dieser Welt aufnehmen. Nur liegt es eben zusätzlich auch noch mitten im Wald. Auch besitzt es einen Park, in dem eine fantastische Sammlung von Skulpturen wartet.

Kenntnisreicher Blick einer Betrachterin im Kröller-Müller-Museum
Kröller-Müller-Museum: Houtkampweg 6, Otterlo, geöffnet Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt ins Museum kostet 13,50 Euro. Hinzu kommt der Eintritt in den Nationalpark in Höhe von 13,40 Euro.

Das Jagdhaus St. Hubertus steht Besuchern offen
Das Jagdhuis Sint Hubertus von Berlage
Das Ehepaar Kröller-Möller hat sich nicht nur eine Sammlung exquisiter Kunstwerke zugelegt. Helene Kröller-Müller war die Tochter eines deutschen Industriellen, die mit Anton Müller den Sohn eines wohlhabenden Unternehmers aus Rotterdam geheiratet hat. Schon früh entwickelte sie ein sicheres Gespür für die Kunst der Moderne. So gehörte sie zu den ersten Sammlern, die Bilder Vincent van Goghs aufkauften.

Jugenstil-Wanduhr von Berlage im Jagdhaus St. Hubertus im Nationalpark Hoge Veluwe
Kröller-Müller aber unterhielt auch Beziehungen zu dem seinerzeit schon ruhmreichen Architekten Hendrik Petrus Berlage (1856–1934). Den Modernistin hat sie mit dem Bau eines Jagdhauses beauftragt. Der extravagante Entwurf wurde mit viel Gefühl für geometrische Formen ausgeführt und 1920 vollendet. Weil das Interieur weitgehend im Originalzustand erhalten ist, wird die Teilnahme an einer Führung zu einer memorablen Zeitreise.
Führungen kosten 6/3 Euro zuzüglich zum Eintrittspreis in den Nationalpark in Höhe von 13,40 Euro. Reservierung über die Webseite des Nationalparks.

Witte fietsen: Flotte kostenloser weißer Fahrräder im Nationalpark Hoge Veluwe
Weitere Informationen über den Nationalpark Hoge Veluwe
Zufahrt über Hoenderloo, Otterlo oder Scharsbergen. Wechselnde Öffnungszeiten (mindestens täglich 9 bis 18 Uhr, im Hochsommer 8 bis 22 Uhr), Eintritt 13,40/6,70 Euro. Details auf der Webseite des Nationalparks.
Text und Bilder: Ralf Johnen, zuletzt bearbeitet im März 2025.
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